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Stets geöffnet: Das Bücherhaus in Königsdorf haben Viviane Zenau und Marlies Woisetschläger initiiert. 

Offene Bücherschränke sind im Trend

Hier darf jeder rein: Das Königsdorfer Bücherhaus ist ein Erfolgsmodell

Das Königsdorfer Bücherhaus steht seit einem Jahr allen Leseratten offen. Offene Bücherschränke liegen im Trend - das zeigt sich auch in Königsdorf.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ungewohnte Ordnung überraschte Marlies Woisetschläger neulich, als sie im Königsdorfer Bücherhaus vorbeischaute. Die Gemeinderätin kommt etwa alle zwei Wochen in die Hütte neben der Rathaus-Garage, um die Bücher zu sortieren. Diesmal war es nicht nötig. Einen Unbekannten hatte wohl die Lust gepackt, alle Bücher nach Genre geordnet einzuräumen und zerlesene Exemplare herauszunehmen.

Das Bücherhaus wird gut angenommen. Seit einem Jahr hat die kleine Bibliothek in Königsdorf durchgehend geöffnet. Andernorts gibt es häufig nur einen offenen Schrank, aus dem Menschen ein Buch nehmen und dafür ein anderes hineinstellen können. In Königsdorf haben Woisetschläger und Viviane Zenau die Errichtung eines ganzen Häuschens an der Hauptstraße initiiert. Dort stehen Regale voller Krimis, Fantasy- und Sachbücher. Schilder an den Brettern geben Orientierung. Die Kinderbücher sind auf niedriger Höhe einsortiert, damit die kleinsten Bücherwürmer eigenständig stöbern können.

In der Geretsrieder Stadtbücherei gibt es einen Gaming-Raum. Wir haben ihn getestet.

„Es läuft wunderbar. Das Angebot wird intensiv genutzt“, berichtet Woisetschläger. Die Leserschaft, die sich regelmäßig an den Büchern bedient, ist ein bunter Mix an Bürgern – Kinder, Erwachsene, Senioren, alle lassen sich vom breiten Angebot inspirieren. „Auch wenn vielleicht eine ganz kleine Tendenz beim Geschlecht zu erkennen ist: Frauen sind doch etwas häufiger zu sehen“, gibt Woisetschläger zu. Ab und zu würden ganze Bücherfluten im Häuschen landen, aber es werde auch viel herausgenommen. Hin und wieder sei es nötig, aufzuräumen und die Bücher neu zu ordnen, aber diese Arbeit nehmen die Initiatorinnen gerne in Kauf.

Um noch mehr Menschen in die kleine Bibliothek zu locken, wollen die beiden Frauen besondere Aktionen organisieren, wie zum Beispiel Lesungen oder eine Kinderlesenacht. „So bleibt das Interesse erhalten und die offene Bibliothek im Gespräch“, sagt Woisetschläger.

Lesen Sie auch: Jahr der Veränderung: In der Wolfratshauser Stadtbücherei ist nun vieles anders

Sicher, das E-Book wird immer beliebter und es gibt viele andere Möglichkeiten der Unterhaltung. Doch das gute, alte Buch und der Austausch mit anderen Lesefreunden bleiben gefragt. Das zeigt sich auch in anderen Kommunen des Landkreises. In Icking steht bereits seit Längerem ein schwarzer Vitrinen-Schrank vor dem Schreibwaren- und Feinkostladen Baumgartner. Besonders die Nähe zur S-Bahn und dem Rathaus mache sich gut, berichtet Anni Baumgartner, die den Schrank von ihrem Laden aus im Blick hat. „Der Umgang mit den Büchern ist sehr respektvoll.“

Quartiersmanagerin Sandra Mader hat sich in Geretsried für einen offenen Bücherschrank eingesetzt. Der Aufwand mit der Bibliothek für Jedermann vor dem Quartierstreff in Stein sei überschaubar. „Wir sortieren die Bücher ein- bis zweimal im Monat“, berichtet sie.

In Bad Tölz soll demnächst ebenfalls ein Bücherschrank entstehen – als Teil des 2,5 Kilometer langen Thomas-Mann-Gedenkwegs. Am Klammerweiher soll eine alte Telefonzelle für dieses Projekt umgestaltet und mit Literatur gefüllt werden. Auch an einige Sitzmöbel zum gemütlichen Lesen ist gedacht.

Leonora Mitreuter

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