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Das geplante Freihandelsabkommen mit den USA macht Erwin Huber keine Angst, im Gegenteil: Er sieht riesige Chancen.

Erwin Huber zu Gast bei der Mittelstandsunion

Ein eindeutiges Ja zu TTIP

Königsdorf - Der Ex-Finanzminister Erwin Huber vertritt in Sachen Freihandelsabkommen mit den USA eine glasklare Meinung: Er ist dafür. Warum - das begründete er am Donnerstagabend im Gasthof Hofherr. 

2008 besuchte Erwin Huber, einst Finanzminister und derzeit Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landtag, zuletzt den Kreisverband der Mittelstandsunion der CSU. Nun gab es im Saal des Posthotels Hofherr ein Wiedersehen. „TTIP – Mehr Gefahren oder mehr Chancen für den Mittelstand?“ lautete der Titel von Hubers einstündigem Vortrag. Und der Niederbayer beantwortete die Frage prompt. „Die Stimmungsmache gegen die Globalisierung ist mir unverständlich. Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen“, sagte der 69-Jährige.

Bayern muss den Wettbewerb nicht scheuen, findet Huber

Huber verwies auf die starke Wirtschaftskraft Deutschlands und Bayerns, die den Wettbewerb mit den vermeintlich übermächtigen Amerikanern nicht scheuen dürften. So liege beispielsweise die Exportquote des Autoherstellers BMW bei rund 70 Prozent. TTIP, das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa, könnte laut Huber derzeitige Handelshemmnisse abbauen und auch für andere Branchen Chancen eröffnen. Die Kritik, dass die Verhandlungen zum Teil geheim abliefen und somit undemokratisch seien, wies Huber zurück: „TTIP muss von 28 europäischen Parlamenten und der USA ratifiziert werden. Das ist sehr wohl demokratisch.“

Andere Länder sind weniger misstrauisch als Deutschland

Mit Erstaunen stellte der Referent fest, dass die Bedenken gegen das Freihandelsabkommen in Deutschland, dem wirtschaftlich stärksten Land der EU, am größten sind. „Die anderen Länder haben kaum Angst, obwohl sie sich im wirtschaftlichen Wettbewerb vielleicht weniger behaupten können“, wunderte sich der CSU-Landtagsabgeordnete. Die romantische Vorstellung, dass früher in bayerischen Dörfern alles besser war, ist laut Huber ohnehin überholt. Der auch durch die Globalisierung ermöglichte Fortschritt hätte dafür gesorgt, dass die Gewässer heute sauberer sind und im Vergleich zu früher auch die Autos nur noch einen Bruchteil an Schadstoffen ausstoßen.

Huber warnt vor einer Kultur des Misstrauens

Heizungsbaumeister Ernst Hauer wollte in der anschließenden Diskussion dennoch wissen, welche Vorteile TTIP denn für kleine mittelständische Unternehmer bringe. Huber räumte ein, dass es zwar keinen direkten Einfluss geben werde. „Ein Amerikaner wird sicher bei einem Königsdorfer Schreiner keinen Schrank bestellen. Aber wenn es uns allen in Deutschland wirtschaftlich gut geht, hat er sicher auch mehr Aufträge“, glaubt der CSU-Politiker. 

Gerhard Knill haben die Argumente überzeugt

Zumindest den Unternehmer Gerhard Knill hatte Huber nach seinen engagierten Ausführungen überzeugt. Der Vorsitzende der gastgebenden Mittelstandsunion sieht TTIP ebenfalls als Chance und zitierte abschließend die Bundeskanzlerin: „Wir schaffen das.“ Peter Herrmann

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