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Aussichtsplateau mit Kreuz: Michael Will vom Handwerker- und Gewerbeverein auf dem Daxnbichl, wie ihn die Königsdorfer nennen.

Serie: Unsere Hausberge

Idyllischer Spaziergang auf den Daxnbichl

Nicht nur im Südlandkreis stehen Berge. Auch der Norden hat ein paar, sagen wir, markante Hügel aufzuweisen. So klein sie auch sein mögen, so wichtig sind sie für ihre Städte und Gemeinden. Heute: der Dachsberg bei Königsdorf. Wir haben ihn mit Michael Will bestiegen, der als Vorsitzender des Handwerker- und Gewerbevereins einen besonderen Bezug zum Dachsberg hat.

Königsdorf – Zugegeben, ein Ganztagesausflug ist der Dachsberg nicht. Gerade einmal 500 Meter sind es von der Kreisstraße Töl 7 bis zu dem kleinen, grasbewachsenen, an einer Seite von Bäumen begrenzten Aussichtsplateau oben auf dem Hügel. Aber wer einmal oben auf dem Daxnbichl, wie er in Königsdorf heißt, steht, der wird mit einem spektakulären Rundblick belohnt.

Bei gutem Wetter sieht man die Lechtaler und Allgäuer Alpen. Etwa 200 Meter von der Anhöhe entfernt, nach einem saftig grünen Grasteppich, gruppieren sich die Häuser von Königsdorf mit der Pfarrkirche. Lässt man den Blick weiter in die Ferne schweifen, erkennt man gegenüber das Eurasburger Schloss. Etwas weiter links rückt die unverkennbare Silhouette der Firma Roche Penzberg ins Bild. Blickt man hingegen nach rechts, erstreckt sich die Fernsicht über Geretsried bis nach Icking. Auch die Windräder an der Autobahn A 95 sind zu sehen. Der kleine Gipfel ist mit seinen 670 Metern goldrichtig für einen gemütlichen Spaziergang mit der Familie, Kindern und Freunden. Er bietet sich auch für romantische Sonnenuntergänge an.

Aber der Dachsberg ist nicht nur ein nahes Ausflugsziel. So steht kurz vor dem kleinen Plateau, rechts am Wegesrand, ein großes Kreuz. „Der Handwerker- und Gewerbeverein hat es errichtet, aus Dankbarkeit darüber, dass Königsdorf im Krieg unversehrt geblieben ist“, berichtet Michael Will. Geweiht wurde es im Jahr 1949 unter Beteiligung der Ortsvereine und vieler Gemeindebürger. Im Frühjahr 1989 sägten Unbekannte das 1970 erneuerte Kreuz um, woraufhin man ein neues aufstellte. Dieses wurde, weil es marode war, im Jahr 2012 ersetzt. „Mitglieder des Handwerker- und Gewerbevereins haben das neue Kreuz in ehrenamtlicher Arbeit gefertigt“, betont Will. Alle zwei Jahre feiert man hier eine Feldmesse.

Vor rund zehn Jahren wäre es beinahe mit der Idylle auf dem Dachsberg vorbei gewesen. „Der Dachsberg wurde als Standort für einen Mobilfunkmasten in Betracht gezogen“, erinnert sich der Vorsitzende des Handwerker- und Gewerbevereins. Ein Ansinnen, das viel Wirbel verursachte. Eine Bürgerinitiative hatte sich daraufhin formiert und gegen die Errichtung des 25 Meter hohen Sendemastens gekämpft. Am Ende fand sich eine einvernehmliche Lösung. Die Wahl fiel auf Grafing, nahe dem Kiesabbau, ein Ort, der etwa 500 Meter von einzelnen Gehöften und etwa einen Kilometer vom Hauptort Königsdorf entfernt liegt.

Den idyllischen Spaziergang auf den Dachsberg beginnt man am besten am Schösserweg. „Der Verein „Unser Dorf“ hat einen Zubringerweg vom Ortsrand von Königsdorf geschaffen“, erläutert Will. Vom Schösserweg geht ein Fußweg ab, der den Spaziergänger zu der schmalen Straße mit Betonplatten leitet, die auf den Dachsberg hinaufführt. Die Straße ist nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Vom Fuß der Betonplattenstraße marschiert man auf die Anhöhe. Gesellschaft leisten einem dabei meist nur ein paar neugierige Kühe. Oben auf dem Plateau verweist ein Schild auf die Grafinger Kapelle.

Wer will, kann entsprechend dem Vorschlag auf der Homepage der Gemeinde Königsdorf den Rundweg „Königsdorfer Moor und Dachsberg“ entlang wandern. Oder man legt auf der Bank, die der Verein „Unser Dorf“ hier aufgestellt hat, eine Pause ein und genießt einfach nur den prächtigen Ausblick.

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