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Wochenlang ermittelte die Polizei nach dem brutalen Raubmord in Höfen. Luise S. wurde zu Hause überfallen und schwer verletzt. Ihre beiden Gäste wurden ermordet. 

Zahlreiche Verhandlungstage angesetzt

Brutaler Raubmord von Höfen: Prozess beginnt bald

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Der Raubmord von Höfen hat ganz Deutschland erschüttert. Ende Juni beginnt der Prozess gegen die vier Polen. Doch es könnte Herbst werden, bis das Urteil fällt.

Königsdorf – 16 Monate nach dem Doppelmord von Höfen findet die grausige Bluttat ein gerichtliches Nachspiel. Vom 26. Juni an will Vorsitzender Richter Thomas Bott den Fall am Schwurgericht München II verhandeln. Er hat zahlreiche Sitzungstermine bis Ende Juli anberaumt. Noch sind nicht alle der vier Wahlverteidigern einer polnischen Kanzlei in Berlin und der vier Münchner Pflichtverteidiger, der Gutachter und Nebenklage-Vertreter bestätigt. Sollte die Zeit nicht reichen, soll der Prozess nach der einmonatigen Sommerpause im September weitergehen.

Der Doppelmord hatte Ende Februar 2017 den kleinen Weiler Höfen in der Gemeinde Königsdorf erschüttert. Im Haus der 76-jährigen Luise S. wurde eingebrochen. Die Männer nahmen sich, was sie brauchen konnten und schlugen die Eigentümerin sowie zwei ältere Gäste auf brutalste Weise zusammen. Die 76-Jährige aus dem hessischen Eschborn bei Frankfurt und der 81-Jährige aus Hagen (Nordrhein-Westfalen) überlebten die Attacke nicht. Luise S. wurde schwerst verletzt, quasi in letzter Minute gefunden, nachdem die Polizei einer Vermisstenanzeige der Angehörigen des Gästepaars nachgegangen war. Sie hatte angeblich noch versucht, sich in ihrem Zimmer einzusperren. Doch die Räuber schlugen die Tür ein, misshandelten die Witwe und entwendeten Bargeld in fünfstelliger Höhe. Außerdem ließen sie Schmuck und Wertgegenstände mitgehen. Als die Polizei drei Tage später das Haus aufsuchte, bot sich ihnen ein Horrorszenario. Die Räume waren verwüstet, die Wände blutverschmiert.

Die Beweislast scheint erdrückend zu sein

Die Soko „Höfen“ wurde gegründet, Alexander Horn, der aus Bad Tölz stammende Fallanalytiker der Kripo München, wurde mit dem Fall beauftragt. Das einzige überlebende Opfer war lange Zeit nicht ansprechbar. Das Team um den Profiler musste sich in die „Logik“ der Verbrecher einarbeiten – offenbar erfolgreich. Im April 2017 wurden vier Tatverdächtige festgenommen. Die Beweislast scheint erdrückend zu sein. 

Der Verdacht der Ermittler war rasch auf eine polnische Pflegekraft gefallen. Sie hatte einst den Ehemann von Luise S. betreut. Die 49-Jährige wurde im März festgenommen. Kurze Zeit später ihr 23-jähriger Sohn sowie ein 32-jähriger Bekannter. Den hatten Überwachungskameras an der benachbarten Autobahn-Raststätte Höhenrain (A 95) gefilmt. Den vierten Tatverdächtigen, den 43-jährigen Bruder der Pflegerin, fasste die polnische Polizei nach einer Öffentlichkeitsfahndung. Seine Spuren hatten die Ermittler in einiger Entfernung vom Mordhaus gefunden. Es war der Erfolg einer mühsamen Arbeit, an der mitunter über 50 Mitarbeiter der Polizei, Männer und Frauen, im In- und Ausland beschäftigt waren.

Angela Walser

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