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Auf dem Weg zum Rednerpult: Bruder Josephus (Josef Wametsberger) brachte neben einem Bier reichlich Pointen zur Königsdorfer Lokalpolitik mit. 

Ein Schluck Chlorwasser für die Enkel

Josef Wametsberger nimmt Lokalpolitik aufs Korn

„Ihr schaut’s alle guad aus, genau so wia vor drei Jahr“, begrüßte Bruder Josephus die Besucher der Starkbierprobe der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) im voll besetzten Trachtenheim. „Des muaß an dem Chlorwasser liegen, des mir ja seit drei Jahr genießen deafa.“ Damit hatte Josef Wametsberger, der am Samstag in die Rolle des frotzelnden Mönchs geschlüpft war, gleich die Lacher auf seiner Seite. Bissig und humorvoll nahm er das lokale Geschehen aufs Korn. Aber auch einige Seitenhiebe auf die große Politik fehlten nicht.

Königsdorf – Der Kleriker spöttelte weiter, dass das Chlorwasser die Königsdorfer nicht umgebracht, sondern schöner und gesünder gemacht habe. „San ma froh, dass ma’s g’habt haben.“ Andererseits sei es doch gut, dass die Ultrafiltrationsanlage nun fertig sei. „Do hamma dann des guade, scheene, bakterienfreie, ultrafiltrierte, supercoole, tote Wasser.“ Er habe sich noch einen letzten Rest von dem Chlorwasser gesichert, ließ er die Zuhörer wissen – und zwar als Andenken für seine Enkel. „Dass de a später moi wissen, was mir aushoit’n ham miass’n.“ Sprachs und nahm einen kräftigen Schluck aus einer Flasche mit einer leuchtend blauen Flüssigkeit.

Die Schranke stammt vom Pumuckl

Zur Erheiterung seiner Gemeinde hatte Josephus ein Requisit mitgebracht. Er enthüllte eine rot-weiße Schranke auf seinem Rednerpult, die eine starke Ähnlichkeit mit der an der Grundstraße aufwies. „Wenn de Schranke auf is, deaf ma dringa, und wenn’s zua is, dann hoid ned“, instruierte er die Besucher. Bruder Josephus hatte seine eigene Theorie zum Hergang. Nach seiner Ansicht sei man Gemeinderat einig gewesen, dass man, statt einen langwierigen Antrag zu stellen, lieber eine unabhängige Person entscheiden lassen sollte. „Ja, und weil do grod am Pumuckl sei 55. Geburtstag war, ham’s g’sogt: Pumuckl, was moanst?“ Dessen Kommentar habe gelautet: „Hurra, hurra, endlich ist die Schranke da.“ Damit war die Sache entschieden.

Schranke die Attraktion im Ort

Allerdings habe der Landrat per Dekret die Straßensperrung gleich wieder aufgehoben. Unterm Strich habe die Aktion das Gegenteil gebracht. Denn: „Jetzt fahrn no mehra Leit durch, weil olle de Schranken seng woin, de immer offen is“, sagte der Kleriker unter dem Gelächter der Starkbiergemeinde.

Der Wolf geht um 

Auch um Tiere wie den Biber oder den Wolf ging es in der Predigt. Letzterer sei sogar schon zwischen Königsdorf und Beuerberg gesichtet worden. Zur Erheiterung der Besucher ergänzte der Gottesmann: „Grad jetzt, wo jeden Sonntag wegen der Kirchenrenovierung de ganze Kirchengemeinde auf Beierberg pendeln muaß, bringt sich da Wolf in Stellung.“

„Kinschdarf first“

Angetan hatte es Bruder Josephus auch eine Aussage des Rathauschefs in der Bürgerversammlung kürzlich. Dieser habe voller Stolz gesagt: „Do wo Kinschdarf is, do is vorn.“ Das sei die genaue Entsprechung zu Trumps „America first“. Anton Demmel habe den Slogan nur auf Bayern angewandt. Für den musikalischen Rahmen sorgten an dem Abend die „Zwei Strawanzer“, Korbinian und Vinzenz Kalb.

Von Yvonne Zuber

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