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Ab sofort wieder möglich: Trauungen im Königsdorfer Rathaus.

Trauungen im Königsdorfer Rathaus wieder möglich

Entspannung an der Heiratsfront

  • vonPeter Borchers
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Nach einem Crashkurs darf Königsdorfs neuer Bürgermeister Rainer Kopnicky Hochzeitswillige trauen - und hat Spaß an der Aufgabe.

KönigsdorfDie Angelegenheit war nicht ungefährlich. Mann und Frau, ihre Namen tun hier nichts zur Sache, standen vor Rainer Kopnicky. Königsdorfs Bürgermeister hielt eine schöne Traurede und stellte den beiden schließlich jeweils die entscheidende Frage: Ob sie respektive er den beziehungsweise die andere(n) heiraten möchte. „,Ja‘ hätten die beiden um keinen Preis sagen dürfen“, sagt Kopnicky und grinst, „sonst wären sie vor dem Gesetz tatsächlich verheiratet gewesen.“ Genau das war nicht gewünscht: Vor ihm stand nämlich kein Liebespaar. Also hielten beide den Mund. Die Protagonisten waren zwei – übrigens unverheiratete – Kollegen aus dem Rathaus. Sie hatten sich bereit erklärt, als Dummy-Brautpaar auszuhelfen.

Bevor der neue Rathauschef sich an seine erste Trauung wagte, wollte er die Zeremonie wenigstens einmal üben. Aufgrund der Corona-Pandemie waren alle entsprechenden und notwendigen Schulungen ausgefallen – was zur Folge hatte, dass mangels eines Standesbeamten niemand im Königsdorfer Rathaus heiraten konnte. Eine Sonderregelung erlaubte es Wolfgang Steger, Chef im Standesamt der Stadt Bad Tölz, schließlich, einen Crashkurs für neue Kollegen abzuhalten. Laut Kopnicky eine „sehr gute Sache. Wir haben viel Info-Material bekommen, gerade was die Abläufe betrifft.“ Sollen die Hochzeitsgäste zuerst das Trauzimmer betreten oder das Brautpaar? Legt letzteres Wert auf eine Traurede? Falls ja, was soll deren Inhalt sein? Oder genügt dem Paar der gesetzliche Teil? Folgt der Zeremonie ein kleiner Sektempfang oder nicht? Solche und einige andere Dinge gilt es im Vorfeld zu klären.

Rainer KopnickyDer neue KönigsdorferBürgermeister ist nun auchStandesbeamter. Foto: sh

Nur: Theorie ist das eine, Praxis das andere. Also schlug Ex-Bürgermeister Anton Demmel seinem Nachfolger ein Trockentraining vor. Demmel ist gelernter Standesbeamter und hat mittlerweile ein paar Hundert Trauungen auf dem Buckel. „Toni ist ein absoluter Profi, der macht das im Schlaf. Er war beim Probelauf dabei und hat mir sehr viele gute Tipps gegeben“, sagt Kopnicky.

Der Ernstfall folgte wenige Tage später. Kopnicky erklärt, „nur ein bisschen nervös“ gewesen zu sein. „Mir ist das Reden vor Leuten aufgrund meiner Sachvorträge ja nicht fremd.“ Bis zu seinem Amtsantritt in Königsdorf arbeitete der 52-Jährige im Geretsrieder Liegenschaftsamt – gelegentliche Referate vor kleinem Publikum inklusive. Was vor der Premiere half: Er lud das Brautpaar zu sich ins Rathaus ein, besprach mit ihm den Ablauf der Zeremonie, erfragte Details aus dem Leben der Hochzeiter für seine Rede und zeigte ihnen den Sitzungsraum.

Diese Lockerungsübungen, linderten die Aufregung auf beiden Seiten komplett. Die Trauung klappte wie am Schnürchen, Kopnicky blieb locker, verhaspelte sich nicht und erhielt „später eine positive Rückmeldung der Eheleute. Die haben sich wirklich gefreut über die schöne Traurede.“ Während seiner zweiten Trauung drei Tage später war der Rathauschef „etwas nervöser“. Der Grund: „Anders als die ersten Brautleute kannte ich beim zweiten Mal den Bräutigam und einige seiner Angehörigen. Er ist ein Königsdorfer. Da war ich ein wenig angespannter, muss ich zugeben.“ Aber auch dieses Mal ging alles gut.

Im vergangenen Jahr lief im örtlichen Heimatmuseum unter dem Titel „So is g’heirat worn in Königsdorf“ eine Ausstellung mit Exponaten rund um das Thema Hochzeit. Jetzt, da sich die Königsdorfer im Ort wieder trauen können, weil sie dort einer trauen darf, steht einer Fortsetzung nichts im Weg.

peb

Lesen Sie auch: Zu Besuch bei Königsdorfs neuem Rathauschef Rainer Kopnicky

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