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Bürgerversammlung Königsdorf, Schulaula
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Auf Abstand: Etwa 50 Königsdorfer, darunter die ehemaligen Bürgermeister Alfred Stangler und Anton Demmel , erschienen zur Bürgerversammlung in der Schulaula.

Bürgerversammlung in der Schulaula

Rathauschef Kopnicky kündigt externen Träger für Königsdorfer Kita an

  • vonPeter Borchers
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Königsdorf ist die erste Gemeinde, die nach dem Lockdown eine Bürgerversammlung einberufen hat. Der neue Bürgermeister nannte wichtige Zahlen und Projekte.

Königsdorf – Mut haben sie, die Königsdorfer, befand Josef Niedermaier. „Danke, dass Ihr Euch getraut habt, als erste Gemeinde nach dem Ende des Lockdowns eine Bürgerversammlung einzuberufen“, lobte der Landrat am Mittwochabend in seinem Grußwort die rund 50 in der Schulaula erschienenen und penibel registrierten Gemeindebürger. Die saßen brav auf Abstand – und auf dem Trockenen, denn die übliche Bewirtung zu diesem Anlass war aus hygienischen Gründen nicht möglich. Zurückhaltender waren die Königsdorfer am Ende, als sie sich zu Wort hätten melden dürfen. Niemand stellte eine Frage.

Die Nachverdichtung ist auch in Königsdorf spürbar

Das mag daran gelegen haben, dass Bürgermeister Rainer Kopnicky zuvor in einem knapp einstündigen Vortrag wichtige Fakten und die in der laufenden Wahlperiode anstehenden Projekte und Herausforderungen detailreich erläutert hatte. Zunächst die Zahlen: Zum 31. Dezember hatten 3116 Menschen ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde, neun Monate später waren es 3151. „Man sieht also: Zuzug und Nachverdichtung wirken sich auch bei uns aus.“ Das Haushaltsvolumen liegt aktuell bei rund 10,7 Millionen Euro, aufgesplittet auf den Verwaltungsetat in Höhe von rund 7,76 Millionen und den Vermögenshaushalt in Höhe von rund 2,94 Millionen. 1,7 Millionen Euro Umlage zahlte Königsdorf 2019 an den Landkreis. Das ist mehr als in den Jahren zuvor und hing mit einem Steuersonderfall zusammen. An Rücklagen hatte die Gemeinde Ende des Vorjahres 4,9 Millionen auf der hohen Kante. Die haben sich im laufenden Haushaltsjahr wegen einiger geleisteter Zahlungen auf etwa 3,9 Millionen Euro reduziert.

Wir wollen keinem sagen, dass wir sein Kind nicht betreuen können.

Bürgermeister Rainer Kopnicky

Kopnicky nannte die Rücklagen explizit, weil an ihnen eine Reihe von Projekten hängt, die die Gemeinde in den kommenden fünfeinhalb Jahren stemmen möchte: Da sind Sanierung und Ausbau des Schulstandorts mit dem Neubau einer großen Einfachturnhalle (Beginn: erstes Halbjahr 2021), Ganztagsbetreuung und Mensa, die Erweiterung des Bauhofs um eine Werkstatt, Sozialräume, Dienstwohnung und Notunterkunft, Straßensanierungen, Breitbandausbau II, Verkehr, 5G-Mobilfunkausbau, die weitere bauliche Entwicklung im Ort und nicht zuletzt die Wasserver- und Abwasserentsorgung. In letzterem Fall denken die Königsdorfer wegen der Ende 2022 auslaufenden Genehmigung für die Kläranlage in Schwaighofen an eine Mitgliedschaft im Abwasserzweckverband Isar-Loisach und damit den Anschluss ans Weidacher Klärwerk.

Verhandlungen mit dem potenziellen Kita-Träger laufen

Erzieher zu finden, fällt den Königsdorfern aktuell schwer, weil sie exakt hinter der Grenze des Gürtels um München liegen, innerhalb dessen Gemeinden ihrem Personal Großraumzulagen zahlen dürfen. Drei Stellen in der Kinderbetreuung sind wegen dieses Standortnachteils unbesetzt. „Wir wollen aber keinem sagen, dass wir sein Kind nicht betreuen können“, versicherte Kopnicky. Deshalb läuft bis Jahresende eine Kooperation mit dem Jugendförderverein und den Pädagogen der Jugendsiedlung Hochland. Die Gemeinde plant zudem, die Kita samt Personal ab Januar 2021 in eine Trägerschaft zu überführen. Verhandlungen laufen, der Rathauschef mochte „aber am heutigen Tag noch keine Namen nennen“.

Weil die Pläne größer sind als das Budget, werden sich die Gemeinderäte im November in Klausur begeben, um die Projekte auf ihre Dringlichkeit und Machbarkeit zu prüfen und einzuordnen. Wo der Hase hinlaufen könnte, deutete Rainer Kopnicky an: „Wie schon mein Amtsvorgänger Toni Demmel immer sagte, ist es mitunter besser, antizyklisch zu handeln und Projekte aufgrund der aktuellen Hochpreisphase im Tiefbau zu schieben.“

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Landrat Niedermaier deutete an, dass „das Thema Asyl wieder aufkeimt“. Es kämen Anfragen von der Regierung nach neuen Unterkünften. „Im Landkreis gibt es erste Besichtigungen, weil die von der Regierung betriebenen Erstaufnahmelager voll sind.“ Bei den Nachbarn, in den Verwaltungen und in den Stadt- und Gemeinderäten komme „da keine große Begeisterung auf“.

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Die möglichen Auswirkungen der Pandemie sprach Niedermaier ebenfalls an. Die Steuereinnahmen, mit denen Landkreis und Bezirk einen großen Teil der Sozialleistungen finanzieren, „werden deutlich sinken“, fürchtet er. „Aber Sozialleistungen sind zu zahlen, da wird es ans Eingemachte gehen.“

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