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Die Polizei ermittelt nach dem Doppelmord in Königsdorf in alle Richtungen.

Zwei Tote und eine Schwerverletzte bei „Gewaltorgie“

Doppelmord in Königsdorf: Das ist die Faktenlage 

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    Kathrin Garbe
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Das grausame Verbrechen in Königsdorf lässt den Ort sprachlos zurück. Auch die Faktenlage war zunächst schwer zu fassen, jetzt setzt sich das Puzzle jedoch zusammen. Hier der aktuelle Stand. 

Bereits am ersten Tag nach Entdeckung des Doppelmordes in Königsdorf kursierten viele Nachrichten und noch mehr Gerüchte. Die Polizei bestätigt zunächst aus guten Gründen wenig: Sie will die Überlebende schützen und kein Täterwissen preisgeben. 

Die Lage ist damals brisant: Täter sind noch flüchtig, ein weibliches Opfer liegt schwerverletzt in einer Klinik und ist die einzige Zeugin, die Licht ins Dunkel bringen und ihre Peiniger identifizieren könnte. 

Doch durch die zunächst restriktive Informationspolitik der Polizei wird natürlich auch die Spekulationsküche befeuert. Um ein wenig Licht in die erst nicht, dann doch oder immer noch nicht bestätigten Nachrichten und Gerüchte zu bringen, haben wir die Faktenlage für Sie hier zusammengefasst. 

Der aktuelle Stand in aller Kürze: Fünf Wochen nach dem Raubmord in Höfen hat die Polizei alle Puzzleteile zusammen: Vier Tatverdächtige sind gefasst, sie sollen an der brutalen Tat in Höfen beteiligt gewesen sein. Außerdem sollen Gegenstände aus dem Haus fehlen. Mehr Details: siehe unten.

(Der untenstehende Text wird laufend aktualisiert.)

Doppelmord von Königsdorf: Die Faktenlage am 3. April

- In der Nacht auf Faschingssonntag (26. Februar 2017) hat die Polizei zwei Tote und eine Schwerverletzte in einem Einfamilienhaus in dem kleinen Weiler Höfen bei Königsdorf (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) entdeckt. 

- Es gab eindeutige Spuren, die auf gewaltsames Eindringen in das Haus hinweisen. Vom Tatmuster her handelt es sich laut Polizei um einen „klassischen Einbruch“. Die Tatzeit: die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (23. Februar 2017). 

- Als erstes wurde bekannt: Bei den Toten handelt es sich laut Polizei um eine 76 Jahre alte Frau aus dem Raum Frankfurt am Main und einen alleinstehenden 81-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen. Sie waren Bekannte der ebenfalls 76 Jahre alten Hauseigentümerin, die schwer verletzt im Krankenhaus liegt und noch nicht vernommen werden kann. Die Polizei spricht damals davon, dass ihr Zustand „sehr ernst“ sei - präzisiert allerdings nicht, ob sie in Lebensgefahr ist oder nicht. 

- Die Opfer starben durch stumpfe Gewalt. Es sind laut Polizei massive Schläge auf ihre Körper festgestellt worden. Am Dienstag beschrieb ein Ermittler gegenüber unserer Zeitung die Tat als „Gewaltorgie“. 

- Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt wegen zweifachen Raubmordes und Mordversuchs.

- Am Mittwoch (1. März) wurde eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt und ein Foto der schwerverletzten Hauseigentümerin veröffentlicht. Mehr dazu in unserem Nachrichtenticker (siehe unten).

- Am Mittwochabend (1. März) wurde die Gewalttat bei „Aktenzeichen XY...ungelöst“ thematisiert, es folgte ein Aufruf an die Bevölkerung. Zwölf Hinweise gingen bereits während der Sendung bei der Kripo Weilheim ein. Über die Qualität dieser Hinweise konnte die Polizei aber zunächst nichts sagen.

- 9. März:  Die Polizei ermittelt zwei Tatverdächtige. Laut Oberstaatsanwalt Hajo Tacke sitzt eine 49-jährige Polin, die im vergangenen Jahr als Pflegekraft im Haus eines der insgesamt drei Opfer gearbeitet hatte, wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord in Untersuchungshaft. Gegen ihren 43 Jahre alten Bruder besteht dringender Tatverdacht wegen zweifachen Mordes. Seine DNA wurde an einem Gegenstand am Tatort festgestellt. Er ist zu diesem Zeitpunkt flüchtig.

- Nach dem Tatverdächtigen wird wegen des Vorwurfs des zweifachen Mordes europaweit gefahndet. Die Polizei setzte eine Belohnung von 10.000 Euro aus. Der Flüchtige ist polizeilich bekannt.

17. März: Die Polizei gibt bekannt, dass ein zunächst als Zeuge gesuchter Mann inzwischen als Mittäter verhaftet wurde.

- 23. März: Die Polizei geht davon aus, dass mindestens drei Personen unmittelbar an der brutalen Tat beteiligt waren. Einer sitzt bereits, ein weiterer Tatverdächtiger wird in Polen geschnappt. Es handelt sich um den Sohn der Pflegekraft. Flüchtig ist zu diesem Zeitpunkt noch immer der 43-jährige Bruder der Pflegekraft. Er gilt als gefährlich. 

- 3. April: 

Die Polizei hat den letzten flüchtigen Tatverdächtigen Robert P. in Stettin gefasst. Innerhalb von nur fünf Wochen konnte eines der brutalsten Gewaltverbrechen in der Region so weit aufgeklärt werden, dass sich vier dringend Tatverdächtige in Untersuchungshaft befinden, heißt es von Seiten der Polizei. Somit sei ein wichtiger Beitrag geleistet, dass sich die Bewohner in der Region wieder sicher fühlen können. Das überlebende Opfer gesundet laut Polizei zunehmend. 

Die Hinweise auf die polnische Pflegekraft kamen aus der Nachbarschaft. Im Ort erzählte man sich schon früh, dass es etwas mit der Frau zu tun habe, die sich um den inzwischen verstorbenen Ehemann von Luise Strauch gekümmert habe.

Die Frage, die lange Rätsel aufgab: Wurde etwas aus dem Haus entwendet und wenn ja, was?Die Polizei teilt bei der aktuellsten Pressekonferenz mit, dass Gegenstände aus dem Haus entwendet wurden, konkretisiert dies aber nicht.

Nach Informationen der tz wurde das Mobiltelefon der Hausbesitzerin mitgenommen, so kamen die Ermittler den Männern auf die Spur. Dieser Weg führte mindestens bis zur Rastanlage Höhenrain an der A95. Dort wurde einer der Männer von einer Überwachungskamera fotografiert.

Ob alle drei Männer im Haus waren, wird zu klären sein.

Aktuelle Informationen im Nachrichten-Ticker

Hier geht‘s zu unserem aktuellen Königsdorf-Ticker. Alle Entwicklungen bis 12. März können Sie in unserem alten Ticker nachlesen. Am 1. März war die Tat außerdem Thema bei Aktenzeichen XY ungelöst.

Bilder: Zwei Tote nach Gewaltverbrechen in Königsdorf

kg/kb

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