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Königsdorf im Expressbus-Niemandsland: eigene Haltestelle frühestens 2026

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Von: Peter Borchers

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Schnellbus X970 von Bad Tölz nach Starnberg
Der X970 von Bad Tölz nach Starnberg lässt die Gemeinde Königsdorf links liegen. Das soll sich nach dem Wunsch der Kommune ändern. © Doris Schmid/Archiv

Königsdorf wünscht sich eine Anbindung an den XBus 970. Denn trotz einer hohen Kreisumlage fehlt den Bürgern und deren Vertretern eine eigene Haltestelle.

Königsdorf – Busse der Expresslinie X970 verbinden im 20-Minuten-Takt die Städte Bad Tölz und Starnberg. Derzeit machen sie zudem Halt in Geretsried und Wolfratshausen sowie in den Gemeinden Icking und Berg. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember sollen auf der bestehenden Strecke – da noch Spielraum im Takt ist – weitere Haltestellen hinzukommen, so eine in Tölz (Friedhof) und zwei in Dietramszell (Abfahrt Hechenberg und Einöd). Königsdorf jedoch bleibt unberücksichtigt, und das schmeckt dort niemandem. Man wünsche sich ebenfalls eine Anbindung, machte Bürgermeister Rainer Kopnicky (CSU) jüngst im Gemeinderat deutlich: „Eine Verbindung über Königsdorf mit einer Haltestelle ,Königsdorf-Ortsmitte‘ wäre für unseren Ort mit 3100 Einwohnern ein echter Gewinn.“

Königsdorf im Expressbus-Niemandsland: eigene Haltestelle frühestens 2026

Eine ortsansässige Familie hatte exakt diesen Wunsch auch schriftlich gegenüber dem Landrat und der für den ÖPNV zuständigen Stelle in der Tölzer Behörde geäußert. Alternativ zur derzeit angefahrenen Haltestelle Geretsried-Am Stern schlug sie einen Stopp in Königsdorf vor. Gegebenenfalls könnte man auch einen Halt an der B 11 in Geretsried-Stein einrichten. Die Argumente der Familie: Der Bus wäre besser ausgelastet, eine Anbindung Königsdorfs im 20-Minuten-Takt nach Tölz zur Regiobahn und nach Wolfratshausen zur S7 sowie weiter nach Starnberg gegeben. Viele Schüler aus Königsdorf würden nach Bad Tölz, Geretsried beziehungsweise Wolfratshausen fahren. Überdies hätten Berufspendler mehr Möglichkeiten – und alle Fahrgäste generell „viel flexiblere Fahrzeiten“.

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Vertragslaufzeit steht schneller Anbindung von Königsdorf im Weg

Es gibt aber ein Problem: Für den vom Freistaat (zwischen 50 und 65 Prozent) und Landkreis geförderten Betrieb des X970 gilt eine Vertragslaufzeit von fünf Jahren, also noch bis Dezember 2026. Und während dieser Zeit, das habe man laut Kopnicky aus dem Landratsamt erfahren, „dürfen keine derart großen Änderungen an der Linienführung vorgenommen werden“. Allerdings würden sich alle Beteiligten – Freistaat, MVV, Kreis und Gemeinden – bereits im kommenden Jahr über eine Fortsetzung des Angebots unterhalten. Das Thema Linienführung werde dabei nicht ausgespart. Matthias Schmid, ÖPNV-Experte im Landratsamt, deutete jedoch an, dass eine Änderung der Strecke zugunsten einer Kommune möglicherweise zulasten einer anderen führe. Streit zwischen Gemeinden ist also nicht auszuschließen.

Königsdorfer Bürgermeister enttäuscht: Trotz Kreisumlage keine Haltestelle

Rathauschef Kopnicky schlug trotzdem vor, per Ratsbeschluss das Interesse Königsdorfs an einer Berücksichtigung im X 970-Fahrplan zu dokumentieren. Schließlich zahle die Gemeinde eine Kreisumlage, aus der auch der Öffentliche Nahverkehr finanziert werde. „Und wenn wir in dieser Sache gar nichts unternehmen, dann passiert da auch nichts.“ Bernhard Woisetschläger (UBL) sprang seinem Bürgermeister bei: „Unsere Kreisumlage hat sich um stolze 600 000 auf 2,4 Millionen Euro erhöht. Wir finanzieren das alles mit, da wäre es schön, wenn Königsdorf und seine Bürger mal davon profitieren würden. Denn auch der Radwegebau geht komplett an uns vorbei.“

Gemeinderat wünscht sich einstimmig Express-Bus

Der folgende Beschluss, wie ihn Rainer Kopnicky formuliert hatte, fiel einstimmig aus.

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