Fliegen mit Maske: So trainiert die Königsdorfer Luftrettungsstaffel in Corona-Zeiten
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Waldbrand-Überwachung: Während des Trainings mussten Christian Ponradl (re.) und Erich Roth (li.) am Freitag von Königsdorf aus spontan zu einem Einsatzflug starten – wegen der Corona-Pandemie unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen.

Fliegen mit Maske

So trainiert die Königsdorfer Luftrettungsstaffel in Corona-Zeiten

  • vonPeter Borchers
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Auch in Zeiten von Corona trainiert die Luftrettungsstaffel Königsdorf weiter - und muss plötzlich zu einem Einsatz ausrücken.

Königsdorf – Die Ausgangsbeschränkungen werden selbstverständlich auch im Flugsport beachtet. „Viele Vereine und Flugplätze, wie auch das Segelflugzentrum, kurz SFZ Königsdorf, hatten sogar schon deutlich vor den behördlichen Maßnahmen ihre Aktivitäten freiwillig eingestellt“, sagt Mathias Schunk, Sprecher des SFZ.

Corona: In Einzelfällen ist Fliegen erlaubt 

In Einzelfällen ist Fliegen aber erlaubt – und notwendig. In Königsdorf sind beispielsweise zusätzlich Flugzeuge und Piloten der Luftrettungsstaffel stationiert. Sie steigen ab März auf und halten auf Geheiß der Behörden ehrenamtlich Ausschau nach Waldbränden. 

Ausschau nach Waldbränden

Denn die Ortsfeuerwehren, so Schunk, könnten Brände nur dann schnell genug löschen, wenn diese zeitnah erkannt werden. „Und sie benötigen bei diesen manchmal gefährlichen Einsätzen im Gelände – auch zu ihrem eigenen Schutz – Unterstützung aus der Luft für die optimale Koordination. Daneben kann die Luftrettungsstaffel andere Tätigkeiten im Katastrophen- oder Umweltschutz übernehmen.“ 

Während der gegenwärtigen Corona-Pandemie besteht laut Schunk die Anfrage des bayerischen Innenministeriums an die Luftrettungsstaffel, „sich im Einzelfall für den Transport von Medikamenten, medizinischem Gerät und/oder Personal bereitzuhalten“.

Coronavirus: Piloten trainierten zunächst alleine

Stichwort Corona: Da für Flüge der Luftrettungsstaffel Bayern sehr hohe Sicherheitsstandards verlangt werden, die die gesetzlichen Vorgaben für private Flüge deutlich überschreiten, trainierten die Piloten am vergangenen Freitag zunächst alleine. Weil sich auf normalen Einsatzflügen, wie sie vergangene Woche bereits im Landkreis Erding angeordnet worden waren, zum Piloten aber ein speziell ausgebildeter Luftbeobachter des Landratsamts hinzugesellt, werden während der Coronakrise nur viersitzige Flugzeuge verwendet. Der Pilot sitzt vorne, der Beobachter in der zweiten Reihe – beide tragen Schutzmasken.

Nur viersitzige Flugzeuge im Einsatz

Die freitägliche Trainingseinheit entwickelte sich zu einem Ernstfall. Über das Landratsamt ging eine Anfrage der Landesregierung nach einem Einsatzflug in Königsdorf ein. In der Jachenau war angeblich ein Feuer gesichtet worden. Zudem sollte in den Überwachungsflug der übliche Beobachtungsbereich südlich von München einbezogen werden. 

Trainingseinheit entwickelte sich zum Ernstfall

„Aufgrund der Tatsache“, so SFZ-Sprecher Schunk, „dass das Landratsamt so kurzfristig keinen Luftbeobachter zur Verfügung stellen konnte, starteten die beiden Piloten Christian Ponradl und Erich Roth gemeinsam in einer der viersitzigen Schleppmaschinen“. Ponradl als Pilot saß vorne, Roth als Beobachter nahm wie momentan vorgeschrieben auf dem diagonal hinten liegenden Sitz Platz.

Der Alarm stellte sich glücklicherweise als falsch heraus. In der Jachenau sei „kein Feuer verifiziert worden“, so Schunk, „auf der restlichen Route wurden lediglich zwei bewachte Räumfeuer gesehen“. Nach etwa 75 Minuten sei das Duo wieder in Königsdorf gelandet.

peb

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