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Der Königsdorfer Ortskern soll bleiben wie er ist.

Gemeinderatssitzung

Königsdorf soll Königsdorf bleiben

Ein typisches Straßendorf ist Königsdorf. Um den Ortskern zu schützen, will die Gemeinde eine Gestaltungs- und Erhaltungssatzung erlassen. Ein Anfang wurde in der Ratssitzung am Dienstag gemacht.

Königsdorf– Die Gemeinde Königsdorf will ihre Ortsmitte schützen und erhalten. In der Ratssitzung am Dienstag wurde daher der erste Entwurf für eine Gestaltungs- und Erhaltungssatzung „Ortskern“ vorgestellt. „Heute ist nur der Auftakt“, stellte Bürgermeister Anton Demmel klar. Darüber diskutieren werde man noch viel. „Es ist ein großes Projekt.“

Bauamts- und Geschäftsleiter Andreas Baumann erläuterte die Beweggründe für die Satzung. So habe sich der Baustil im Laufe der Zeit verändert. Bestimmte Bereiche in der Gemeinde seien aber besonders schützenswert, wie die Ortsmitte mit ihrer typischen Straßendorfstruktur.

Baulichen Wildwuchs eingrenzen

Die Hauptstraße sei von großen Gebäuden geprägt. Baulichen Wildwuchs wolle man hier eingrenzen. Durch die Satzung sollen künftig die Errichtung, der Rückbau oder die Nutzungsänderung von Gebäuden unter einen Genehmigungsvorbehalt gestellt werden, um die ortsbildprägende Eigenart der Ortsmitte (siehe unten) zu schützen.

In der Satzung wird vor allem die individuelle städtebauliche Eigenart betrachtet. Bei der Beurteilung eines Bauvorhabens werden die gebietstypischen Merkmale mit ihrer Prägung berücksichtigt wie etwa Proportionalität, Höhe, Dachformen- und neigungen sowie Fensteranordnungen und Einfriedungen. Bevor die Satzung beschlossen wird, sollen die betroffenen Grundeigentümer informiert und deren Anregungen aufgenommen werden. „Sie sollen mit ins Boot geholt werden“, betonte Baumann.

Baufibel wird Leitfaden

Eine Baufibel wird künftig als Leitfaden bei der Beurteilung von Bauvorhaben dienen. Sie sei „Richtschnur für die Verwaltung und den Bürger“. „Die Satzung dient dazu, das Gesamtbild zu wahren, nicht jeder einzelne Fensterladen muss passen“, betonte Demmel.

Marlies Woisetschläger(UBL) hob hervor, dass es darum gehe „auch eine moderne fortschrittliche Bebauung zuzulassen, die die ortsbildprägenden historischen Elemente aufgreift und die ortstypische Bauweise zukunftsorientiert umsetzt“. Man wolle nicht stehen bleiben, sondern nur Typisches erhalten. Hans Hartl (FW) betonte, dass der Gemeinderat damit ein Instrument habe, um das Dorf zu erhalten.

„Hausbesitzer brauchen keine Angst bekommen“

Kritisch beurteilte hingegen Markus Orterer (FW) das Vorhaben. Er plädierte dafür, statt auf etwaige Umbauten an der Hauptstraße den Fokus lieber auf die Pläne von Neubauten im Dorf zu legen. Hartl (FW) entgegnete, dass ja auch im Ortskern verkauft und vererbt werde. „Wenn dann ein Bauträger kommt, will er etwas hinstellen, was den meisten Profit bringt“, sagte er.

Vize-Bürgermeister Sebastian Seidl (CSU) erklärte, dass Hausbesitzer keine Angst bekommen müssten. Es gehe nur darum „das Ortsbild zu erhalten und vorzubeugen, wenn ein Bauträger das Letzte herausholen will“. Josef Birzele (UBL) meinte: „Es gibt viel zu tun. Packen wir es an.“ Beschlüsse wurden in der Sitzung keine gefasst.

Für welches Gebiet gilt die Satzung ?

Der geplante Geltungsbereich der Gestaltungs- und Erhaltungssatzung erstreckt sich entlang der Königsdorfer Hauptstraße und wird im Norden von den Anwesen Hauptstraße 20 und 15 begrenzt. Im Süden bilden die Straße Am Bachfeld und das Anwesen Hauptstraße 65 den Abschluss. Im Osten stellen die Ludwigstraße und deren Verlängerung die Grenze dar. Im Westen verläuft der Umgriff entlang der Straße Am Bachfeld und Schulgasse zur Kirche hin. Die westlich der Kirche liegenden Grundstücke werden in den Umgriff aufgenommen. Im Nordosten wird die erste Grundstücksreihe entlang der Hauptstraße in die Satzung integriert.

Yvonne Zuber

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