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Einen Blick ins Weltall bot Kurt Motl in seinem Vortrag trotz Wolken, die die Sicht versperrten.  

Isartalsternwarte

Reise ins Weltall

Trotz wolkenverhangenem Himmel unternahmen viele interessierte Sternengucker vor kurzem eine Reise ins Weltall.

Königsdorf –  Der Blick in die Sterne blieb verwehrt, trotzdem warteten die Zuhörer gespannt auf den Vortrag „Galaxien – Sterneninseln in den unendlichen Weiten des Weltalls“. Das freute Kurt Motl, Vereinsvorstand der Isartalsternwarte, so sehr, dass er spontan einlud, kostenlos in die „Galaxien zu spechteln“, wenn das Wetter besser ist.

Das Licht ging aus, die Filmmusik von Raumschiff Enterprise erklang. „Wir schreiben nicht das Jahr 2200, sondern 2017“, sagte Motl. „Der Weltraum ist nicht unendlich weit, sondern unvorstellbar groß.“ Der Experte riet seinen Gästen, nicht zu versuchen, das Thema zu verstehen. „Sie sollen nur staunen.“ Sachlich, klar und laiengerecht aufbereitet fuhr der Sternengucker fort. Anhand von wissenschaftlichen Fotografien – mit tagelanger Belichtungszeit aufgenommen – ermöglichte er den Zuschauern zumindest einen theoretischen Blick auf die Spiral- und Ellipsen-Galaxien aus der „unmittelbaren Nachbarschaft“.

„Wäre unsere Galaxie, die Milchstraße, so groß wie Deutschland, dann wäre die Sonne ein Bakterium.“ Motls bebilderte Sternenreise begann im heimischen Himmelsgefilde. Die Milchstraße habe einen Durchmesser von 100 000 Lichtjahren, erklärte er. Sie bestehe aus geschätzten 200 Milliarden Sternen, um die wiederum Planeten schweben. Die seien im Vergleich zu den Sternen so winzig, dass man sie nie erspähen könne.

Die weit größere Nachbar-Galaxie „Andromeda“ mit einer Billion Sternen könne man dagegen mit dem bloßen Auge von der Königsdorfer Sternwarte ausmachen, verriet der Experte. Galaxien nenne man Sternenhaufen. Mehrere Sternenhaufen ergeben so genannte Superhaufen. Geschätzte zehn Millionen Superhaufen gebe es im Universum. „Könnten die nicht doch einmal zusammenstoßen?“, erkundigte sich eine „besorgte“ Frau aus dem Publikum. „Nein, sie sind viel zu weit voneinander entfernt“, beruhigte Motl. Blieb noch die Frage, was dazwischen ist, dort wo es Schwarz ist. „Nichts“ antwortete er knapp.

Der Experte der Königsdorfer Sternwarte hat einen eindrucksvollen Einblick ins Thema gegeben, wenn auch nur einen winzigen im Vergleich zu den unendlichen Weiten des Weltalls. Und am nächsten Abend wird man vielleicht doch rüber blicken können, auf die leuchtende Nachbarschaft. 

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