Regina und Martin Schwaighofer sitzen am Rand des Sandkastens auf ihrer Königsdorfer Alm.
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IRegina und Martin Schwaighofer haben auf ihrer Königsdorfer Alm den Sandkasten erneuert und um einen Kletterturm erweitert.

Wirtin Regina Schwaighofer bleibt in schwierigen Zeiten zuversichtlich

Königsdorfer Alm: Investition in die jungen Gäste

  • VonPeter Borchers
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Regina und Martin Schwaighofer bewirtschaften von Mai bis September die Königsdorfer Alm, eines der beliebtesten Ausflugsziele im nördlichen Landkreis. Derzeit richtet das Ehepaar alles her, um für den Saisonstart gewappnet zu sein.

Königsdorf – Doch wann die Schwaighofers öffnen dürfen, ist angesichts der aktuell wieder sehr schwierigen Pandemielage ungewiss. Im Interview mit Redakteur Peter Borchers gibt sich die 39-jährige Wirtin trotzdem alles andere als pessimistisch oder gar verzweifelt.

Frau Schwaighofer, Sie klingen so fröhlich. Wie geht’s Ihnen?

Regina Schwaighofer: Gute Frage. Wir wären eigentlich am 8. Mai in die Saison gestartet. Das ist natürlich hinfällig. Jetzt hoffen wir auf Pfingsten, vielleicht können wir dann loslegen.

Bis jetzt ist aber noch nicht viel verloren, oder?

Regina Schwaighofer: Richtig. Wir müssen die Alm ja quasi aus dem Winterschlaf holen. Dafür brauchen wir eine gewisse Vorlaufzeit. Bei uns ist über den Winter wegen der Frostgefahr das Wasser abgestellt. Alle Geräte sind ausgebaut. Das muss alles wieder hergerichtet werden, dazu laufen Wartungsarbeiten. Wir können nicht erst mit den Vorbereitungen beginnen, wenn es heißt: In zehn Tagen darf man wieder öffnen. Wir bereiten uns deshalb ganz normal vor wie jedes Jahr im April.

Das heißt aber auch, dass Sie ab Mai nichts einnehmen werden.

Regina Schwaighofer: Von Mai bis September ist die Alm unsere Haupteinnahmequelle. Wir hatten schon vergangenes Jahr erhebliche Umsatzeinbußen – wie viele andere auch in der Gastronomiebranche. Das wird dieses Jahr vermutlich nicht anders werden. Wenn die Testpflicht nun auch auf den Gastrobereich ausgeweitet wird, also jeder Gast einen negativen Test vorweisen muss, fragen wir uns schon, ob die Gäste dann überhaupt kommen.

Dennoch sind Sie mutig, haben der Ungewissheit zum Trotz auch heuer in Ihr Unternehmen investiert.

Regina Schwaighofer: Wir verbessern jedes Jahr etwas oder überlegen uns etwas Neues. In diesem Jahr haben wir lange überlegt, ob wir etwas machen. Aber wir sind zu dem Schluss gekommen, etwas für unsere kleinen Gäste zu tun, denn gerade die haben es in Corona-Zeiten nicht leicht. Wir haben ja selbst drei kleine Kinder, die uns immer wieder mit Ideen und Anregungen versorgen.

Was genau haben Sie für die Kinder heuer Neues gemacht?

Regina Schwaighofer: Neu sind eine Dreifach-Schaukel und ein Sandkasten mit Spielturm und Seilzug, alles aus Holz gefertigt, damit es zu den anderen Anlagen auf dem Gelände passt. Unsere Ideen setzt der befreundete Zimmerer Anton Günthner hier aus Königsdorf um. Er hat auch vor zwei Jahren den schönen Holzsteg gebaut.

Wie viel Geld haben Sie investiert?

Regina Schwaighofer: Einen vierstelligen Betrag. Aber er ist gut angelegt. Früher waren eher ältere Leute unser Klientel. Aber inzwischen kommen unglaublich viele Familien auf die Alm. Und es werden immer mehr, weil die Lage perfekt ist. Bei uns fahren keine Autos, es ist ebenerdig, man kann selbst mit kleineren Kindern zu uns radeln. Geretsried ist auch nur einen Steinwurf entfernt. Zu uns kommen Leute, die selbst schon als Kinder auf der Alm waren, mittlerweile mit ihren Kindern oder sogar mit ihren Enkeln. In diese Gäste wollen und müssen wir investieren. Wir sind immer irgendwie am Werkeln, damit die Atmosphäre ansprechend bleibt.

Auf Ihrer Homepage ist ein Foto von Ihrem großen Team zu sehen. Sind alle Frauen und Männer an Bord, wenn es wieder losgeht?

Regina Schwaighofer: Alle stehen in den Startlöchern. Wenn es tatsächlich losgeht, sind wir bereit.

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