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Hat den Mitgliedsantrag bei der CSU unterschrieben: Anton Demmel, Bürgermeister von Königsdorf. 

Von den Freien Wählern zur CSU

Königsdorfer Bürgermeister wechselt die Partei

Nach 16 Jahren kehrt der Königsdorfer Bürgermeister Anton Demmel den Freien Wählern den Rücken.Er geht zur CSU. Im Interview übt er deutliche Kritik am Landrat.

Königsdorf Der Königsdorfer Bürgermeister Anton Demmel ist nach 16 Jahren bei den Freien Wählern zur CSU gewechselt. Unsere Zeitung sprach mit ihm über seine Beweggründe, die Reaktionen auf seinen Parteiwechsel und Zukunftspläne.

Herr Bürgermeister Demmel, beim Neujahrsempfang der Gemeinde machte es schon die Runde. Stimmt es, dass Sie die Freien Wähler verlassen haben und jetzt bei der CSU Mitglied sind?

Ja, ich habe bei der CSU bereits meinen Mitgliedsantrag ausgefüllt.

Sie sind im Jahr 2015 während des Trinkwasserstreits aus der Kreistagsfraktion der Freien Wähler ausgetreten, aber weiter bei den Freien Wählern Königsdorf und den Freien Wählern im Landkreis geblieben. Warum haben Sie sich gerade jetzt entschlossen, die Partei zu wechseln?

Als Nicht-Fraktionsmitglied im Kreistag kann man nichts bewegen. Man hat drei bis vier Sitzungen im Jahr und sitzt in keinem Ausschuss. Es ist wie das fünfte Rad am Wagen. Ich möchte mich jedoch auch im Kreis engagieren. Ich bin unzufrieden mit der Kreispolitik unter der Führung von Landrat Josef Niedermaier. Die Probleme werden immer mehr, die Lösungen immer weniger. Ich schulde es zudem meinen Wählern und meinem Wahlergebnis, dass ich mich im Kreis einbringe.

Warum haben Sie sich für die CSU entschieden?

Mit dem Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber bin ich seit meinem Austritt aus der Kreistagsfraktion der Freien Wähler immer in Kontakt gestanden. Nach zwei Jahren musste ich nun endlich einen Entschluss fassen. Ich bin ein konservativer Mensch und kann mich mit den Werten der CSU identifizieren. Es war ein logischer Schritt sich da anzuschließen, wo man die Werte auch vertreten kann.

Wie haben die Freien Wähler auf Ihren Wechsel reagiert?

Mehrheitlich mit Verständnis und Bedauern. Als ich die Vorstandschaft der Freien Wähler im Landkreis informiert habe, haben einige gesagt, dass sie damit gerechnet haben. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen. Meine Königsdorfer Gemeinderatskollegen habe ich schon länger auf dem Laufenden gehalten. Auch hier wurde mir Verständnis entgegengebracht. Ich habe mir die Entscheidung über meinen Austritt nicht leicht gemacht. Gerade weil ich meine Kollegen bei den Freien Wählern sehr schätze. Der Weg zurück unter dem aktuellen Landrat stand für mich nie zur Debatte. Nach zwei Jahren war das Ganze keine ad hoc-Entscheidung.

Sie sind seit zehn Jahren Bürgermeister von Königsdorf. Kandidieren Sie im Jahr 2020 als CSU-Bürgermeister in Königsdorf oder haben Sie weiterführende Pläne?

Es ist zu früh, über Pläne zu sprechen. Als Neumitglied der CSU liegt es mir auch fern Forderungen zu stellen. Gespräche über die Zukunft werden in den nächsten Wochen stattfinden. Ich bin aber für alles offen.

Das Gespräch führte Yvonne Zuber.

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