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Königsdorfs Ortsbäuerin Roswitha Mayer stirbt mit 65 Jahren

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Von: Peter Borchers

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Roswitha Mayer
Die Königsdorfer Ortsbäuerin starb im Alter von 65 Jahren.
Roswitha Mayer Die Königsdorfer Ortsbäuerin starb im Alter von 65 Jahren. © privat

Sie war offen, fleißig und hilfsbereit: Königsdorfs Ortsbäuerin Roswitha Mayer starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Ein Dorf trauert.

Königsdorf – Fast jeder im Ort kannte sie. Roswitha Mayer war 25 Jahre lang Ortsbäuerin, schaffte es in 47 Jahren Mitgliedschaft in der Judoabteilung des TV Lenggries bis zur Deutschen Meisterschaft in Berlin, engagierte sich im Kreisverband der Landfrauen. Und wer morgens sein Brot oder seine Semmeln in der Königsdorfer Backstube einkaufte, wurde von ihr, die sie dort in Teilzeit arbeitete, mit einem Lächeln empfangen. Umso größer ist nun die Trauer im Dorf: Roswitha Mayer starb am 6. Mai nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Hinterlassen hat sie ihren Mann Klaus, den ältesten Sohn Klaus jun. (32) und die Zwillinge Rosina und Kaspar (30).

Roswitha Anastasia Mayer, Gistl-Bäuerin von Kreut bei Königsdorf, kam am 15. März 1957 in Bad Tölz auf die Welt. Als zweites von fünf Kindern wuchs sie auf einem kleinen Hof im Lenggrieser Ortsteil Wegscheid auf, machte eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin und lernte 1988 ihren späteren Mann kennen. „Das war auf einem Feuerwehrfest“, erinnert sich Klaus Mayer.

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Ein halbes Jahr später, nach der Hochzeit, zog die junge Frau auf den Gistl-Hof, ein Milchviehbetrieb. Klaus junior kam auf die Welt, knapp zwei Jahre danach die Zwillinge. 1996 wurde Mayer zur Königsdorfer Ortsbäuerin gewählt. Zur selben Zeit stieg sie wieder in ihren erlernten Beruf ein – zusätzlich zu ihrer Arbeit in Landwirtschaft, Haus und Familie. „Roswitha, offen und kontaktfreudig, war eine leidenschaftliche Verkäuferin“, sagt ihre langjährige Wegbegleiterin, Kreisbäuerin Ursula Fiechtner. Fröhlich habe sie jeden Besucher begrüßt. Sie kannte das Lieblingsgebäck jedes Stammkunden und war hilfreich, „wenn ältere Ehemänner zum Einkaufen geschickt wurden“, sagt Fiechtner und lächelt. Ihre Mitmenschen seien Mayer nicht egal gewesen. „Sie hat immer nachgefragt, wie’s geht. Und wenn’s jemandem schlecht ging, hat sie ihn aufgemuntert.“

Ihre Liebe galt dem Theater

Roswitha Mayer arbeitete aktiv im Kreisverband der Landfrauen mit, leistete mit ihren Bäuerinnen patente Öffentlichkeitsarbeit bei Gau- und Hoffesten, sagt die Kreisbäuerin. Dabei halfen ihr ihr Fleiß – und die Liebe zur Bühne: Mayer spielte in ihrem Heimatort Lenggries gerne Theater. Kleine Sketche schrieb und zeigte sie auch bei Aktionen der Landfrauen für soziale Zwecke. Man habe immer auf die Roswitha zählen könne

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2011 wurde Roswitha Mayer mit der Silbernen Ähre für 15 Jahre Ortsbäuerin geehrt. Heuer hätte sie, so Fiechtner, „eine weitere Auszeichnung für 25 Jahre bekommen“. Der Krebs, der erst im Januar diagnostiziert worden war, verhinderte dies. Trotz der Krankheit wählten die Königsdorfer Bäuerinnen die Kreuterin Ende April abermals zu ihrer Chefin. Das sollte ihr laut Fiechtner „Energie geben im Kampf gegen den heimtückischen Krebs. Schockierend für uns Landfrauen war, dass sie den Kampf am Abend des 6. Mai verloren hat.“ Roswitha Mayer starb zu Hause, umgeben von ihrer Familie. Ihr Mann Klaus sagt: „Dass es so schnell ging, das kam für uns alle überraschend.“

peb

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