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Nach wie vor befahrbar: Die rot-weiße Schranke an der Grundstraße ist zwar einsatzbereit, darf aber nicht geschlossen werden. Das hat das Landratsamt der Gemeinde Königsdorf untersagt.

Vielbefahrene Verbindung

Landratsamt verbietet Sperrung der Grundstraße

Königsdorf – Eine gute Nachricht für Autofahrer: Das Landratsamt verbietet die geplante Sperrung der vielbefahrenen Verbindungsstraße zwischen Königsdorf und Geretsried.

Die rot-weiße Schranke im Wald, südlich der Tennisanlage ist bereits installiert. Der Plan der Gemeinde Königsdorf bestand darin, dass die Grundstraße zum Jahresende zur Sackgasse wird. Nur Fußgängern und Radfahrern sollte der Durchgang weiter möglich sein. Doch die Schranke bleibt offen. Das Landratsamt in hat eine Sperrung der beliebten Abkürzung zwischen Königsdorf und Geretsried untersagt. Nur bei Hochwasser darf die Grundstraße gesperrt werden.

Diesen Sachstand berichtete Bürgermeister Anton Demmel in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Im Oktober hatte der Königsdorfer Gemeinderat den Beschluss gefasst, die Strecke zu sperren. Der Grund: Auf der kurvenreichen, schmalen Grundstraße herrscht sehr reger Durchgangsverkehr. Dabei handelt es nicht nur um einheimische Autofahrer, sondern auch um Ortsfremde, die von ihrem Navigationsgerät über die Grundstraße zur Salzburger Autobahn geleitet werden. Auch reichlich Schwerlastverkehr rollt über die Verbindungsstraße. Inzwischen gilt auf der gesamten Strecke wegen Straßenschäden Tempo 50. Wiederholt haben sich Unfälle ereignet, zudem gibt es immer wieder Probleme mit Hochwasser.

„Der überregionale Verkehr kann nicht kommunale Aufgabe sein“

Landratsamt, Polizei und das Straßenbauamt in Weilheim hatten sich kürzlich für den Ausbau der Grundstraße ausgesprochen. Den Kostenanteil für die Gemeinde Königsdorf bezifferte Bürgermeister Demmel auf rund eine halbe Million Euro. Eine Summe, die der Gemeinderat nicht in die Hand nehmen will. „Der überregionale Verkehr kann nicht kommunale Aufgabe sein“, stellte der Rathauschef fest. Die Aufsichtsbehörde könne die Gemeinde nicht zum Straßenausbau zwingen. Zur Kreisstraße umwidmen will die Kommune die Straße aber auch nicht. Damit liegt die Verkehrssicherungspflicht weiter bei der Gemeinde. „Wir sind wieder da, wo wir angefangen haben“, bilanzierte der Rathauschef. Er sprach von einer „Patt-Situation“. Man drehe sich im Kreis.

Die verschiedenen Positionen seien klar, aber eine Lösung nicht in Sicht. Eine Klage ziehe man nicht in Betracht, sondern man werde weiter Gespräche mit dem Landratsamt führen. Geplant sei nun zunächst eine zweite Schranke nach der Abzweigung von der B 11, um bei Hochwasser beide Straßenenden absperren zu können. Zudem sollen Lastwagen über 3,5 Tonnen Gewicht die Straße nicht mehr befahren.

Mit Gelassenheit weitermachen

Rainer Kopnicky (Freie Wähler) plädierte dafür, in den weiteren Gesprächen darauf hinzuwirken, dass sich der Kreis aufgrund der Überörtlichkeit der Straße auch an Reparaturkosten beteiligt. Auch Zweiter Bürgermeister Sebastian Seidl (CSU) sah den Landkreis in der Pflicht: „Wer anschafft, der zahlt.“ Marlies Woisetschläger (UBL) sprach sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern im Bereich der landwirtschaftlichen Anwesen aus. Für den „Umerziehungsprozess“ sollte dann auch geblitzt werden. Bernhard Woisetschläger (Unabhängige Bürgerliste) forderte eine überörtliche Verkehrsüberwachung, an der es bislang fehle.

Demmel resümierte schließlich angesichts des anstehenden Weihnachtsfriedens: „Wir machen weiter mit der entsprechenden Gelassenheit.“

Von Yvonne Zuber

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