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Das Amtsgericht Wolfratshausen verurteilte einen Mann, weil er seine Frau gewatscht hatte. 900 Euro muss er für seinen Aussetzer zahlen.

Amtsgericht

900 Euro Strafe für eine Ohrfeige

Königsdorf  - Eine Frau hat beim Landratsamt die Betreuung ihres Mannes beantragt - und zwar ohne dass dieser auch nur das Geringste davon wusste. Als er es erfuhr, rutschte ihm die Hand aus. Dafür muss er jetzt 900 Euro Strafe zahlen.

Zwischen den Eheleuten hatte es schon geraume Zeit rumort, wie in der Verhandlung vor dem Wolfratshauser Amtsgericht schnell deutlich wurde. Anfang Juli dieses Jahres eskalierte die Situation endgültig. Auslöser war ein Brief des Landratsamtes. Als der Eheman das Schreiben öffnete, sei er aus allen Wolken gefallen. „Das Landratsamt hält es nicht für nötig, mich für blöd erklären zu lassen“, gab der er vor Gericht den Inhalt des Schreibens in knappen Worten wieder. Auf gut deutsch: Die Kreisbehörde hatte seinen Betreuungsantrag abgelehnt. Was den Mann nachhaltig erboste, war die Tatsache, dass er bis dahin nichts davon wusste, dass ein entsprechender Antrag überhaupt vorlag. Denn den hatte die Ehefrau ohne Wissen ihres Gatten beim Landratsamt gestellt.

Die Gattin schüttet ihrem Mann ein Getränk ins Gesicht

„Ich frag’ sie, was das soll“, fuhr der noch immer sichtlich angefressene Angeklagte mit seiner Schilderung fort. „Daraufhin geht sie mich an. Schüttet mir etwas ins Gesicht – Wein, Schnaps oder Limo, ich weiß nicht mehr was – und schubst mich weg.“ Daraufhin brannten beim Ehemann die Sicherungen durch – in dem Moment habe er seiner Gattin „eine geschmiert“, räumte der Beschuldigte ein. „Klar war ich sauer. Das geht doch nicht, dass sie mich für blöd erklären lässt.“

Das Trommelfell der Frau war schon früher gerissen

Die Ohrfeige soll so heftig gewesen sein, dass beim Opfer das Trommelfell eingerissen sei. So stand es jedenfalls in der Anklageschrift. Aber das bestritt der Königsdorfer. Der Trommelfellriss liege lange zurück, die Verletzung habe sich seine Ehefrau bei einem Sturz selbst zugezogen. Die Watschn war hingegen nicht wegzudiskutieren und aus Sicht des Gerichts auch unentschuldbar. „Das Schubsen und mit Limo schütten ist kein Grund für eine Ohrfeige“, machte Richter Helmut Berger deutlich. Allerdings erschienen auch dem Richter die im Strafbefehl angesetzten 75 Tagessätze zu je 50 Euro zu hoch – angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten. Nach Rücksprache mit seiner Verteidigerin beschränkte der Mann seinen Einspruch auf die Rechtsfolgen, also die Höhe der Strafe. Richter Berger sprach den Königsdorferder vorsätzlichen Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von insgesamt 900 Euro. Rudi Stallein

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