Noch einmal wälzen, bevor es auf die Wanderung geht: Die Alpaka-Hengste Smoky (li.) und Pegasus. 
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Noch einmal wälzen, bevor es auf die Wanderung geht: Die Alpaka-Hengste Smoky (li.) und Pegasus. 

Serie: Oberlandtouren 

Alpakas: Kuschelige Stresskiller

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Wegen der Corona-Krise wird in den Sommerferien wohl vermehrt auf große Auslandsreisen verzichtet und Urlaub daheim gemacht. Deshalb bieten wir in der Serie „Oberlandtouren“ viele Ausflugstipps zu Fuß oder per Rad – auch über die Landkreisgrenzen hinaus. Heute: Alpakawanderung

Königsdorf – Wem geht beim Anblick eines flauschigen Alpakas nicht das Herz auf? Vor allem, weil die Tiere so aussehen, als würden sie immer lächeln. Das Erscheinungsbild täuscht nicht. Alpakas sind durch und durch sensible und friedliche Tiere – und beliebte Gefährten auf einem Spaziergang.

Großer Hof mit 22 Alpakas und vielen anderen Tieren 

Alpaka-Wanderungen erfreuen sich im Tölzer Land immer größerer Beliebtheit. In Königsdorf bieten Michael und Ulrike Sauer diese Freizeitaktivität an. Auf ihrem über 300 Jahre alten Hof haben neben Hunden, Kühen, Enten, Gänsen und Perlseidenhühnern seit 2006 auch Alpakas ein artgerechtes Zuhause gefunden. Eine kleine Zucht hat sich das Ehepaar parallel dazu aufgebaut. Aktuell leben 22 Alpakas auf dem Anwesen.

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Die Sommertour beginnt auf der großen Weide der Hengste. Hier kann sich jeder Teilnehmer (ab acht Jahren) einen der routinierten Wanderbegleiter aussuchen. Der braun-weiß gescheckte Pegasus ist bei allen sehr beliebt. „Der hat beinahe schon eine Fangemeinschaft. Er ist total unkompliziert und führt gerne die ganze Truppe an“, sagt Michael Sauer lachend. Die Stuten kommen nicht mit auf die Wanderung. „Wenn sie zum Beispiel trächtig sind, ist jede kleine Aufregung gefährlich für sie.“ Denn die Tiere seien extrem feinfühlig.

Alpakas eigenen sich auch zu Therapiezwecken 

Sind die Hengste unter Sauers Anleitung gehalftert, geht es auch schon los auf den Spaziergang durch Wald und Flur rund um das Anwesen. Dort kann man auch die wunderschöne Kulisse der Voralpenlandschaft genießen. Maximal zehn Personen mit je einem Alpaka können teilnehmen. „Ich muss trotz der ruhigen Atmosphäre die Situation bei jedem Tier immer im Blick haben“, sagt Sauer.

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Die flauschigen Vierbeiner gehen Schritt für Schritt mit und lassen sich problemlos am Halfter führen. Ab und an kann es allerdings auch mal passieren, dass sie sich auf den Boden legen, um sich genüsslich zu wälzen. „Das machen sie vor allem dann, wenn es sie wegen der vielen Insekten juckt“, sagt Sauer. Pegasus steht derweil langsam wieder auf und schüttelt zufrieden den Staub von sich ab.

Nach Wanderung gibt es noch eine Hofführung mit Kuscheleinheiten 

Etwa eine Stunde dauert die leichte Wanderung. In dieser Zeit erleben die Teilnehmer die beruhigende und sanftmütige Ausstrahlung der Tiere hautnah. „Alpakas werden auch oft für Therapiezwecke eingesetzt oder für den meditativen Teil diverser Seminare“, erklärt Sauer.

Nachdem sich jeder einen Alpaka-Hengst ausgesucht hat, geht es los. 

Während der Tour durch den Wald erklärt der Hofbesitzer vieles über seine Tiere, ihr Vorkommen in der Wildnis, verwandte Arten und den Umgang mit ihnen. Damit kennt sich das Paar sehr gut aus. Ulrike Sauer ist Tierärztin und kümmert sich mit ihrem Fachwissen um die Gesundheit ihrer Lieblinge.

Sobald die Tiere wieder im Stall und auf den Weiden sind, geht’s auch schon weiter. Michael Sauer gewährt einen Einblicke in den Stall der Stuten, und auch die anderen Tiere des Hofs lernen die Teilnehmer kennen. Nur Alpaka-Fohlen gibt es aktuell keine zu sehen. Denn 2019 und 2020 haben die Züchter eine „Babypause“ eingelegt.

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