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Vorarbeit: Ehe die Männer mit der Säuberung beginnen, fahren Hans Hartl (li.) und Andreas Frisch die Leiter einmal aus. 

150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr

Mit dieser Besonderheit will die Königsdorfer Feuerwehr zum Tölzer Festzug

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Bei der Königsdorfer Feuerwehr laufen Vorbereitungen der besonderen Art. Wenn die Tölzer Kameraden das 150-jährige Jubiläum mit einem Festzug feiern, soll ein historisches Stück zu sehen sein.

Königsdorf– Beim Festzug zum 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Bad Tölz im September soll ein ganz besonderes Stück mitgeführt werden: Eine 110 Jahre alte, zweirädrige Schubleiter der Königsdorfer Feuerwehr. Es sei doch viel schöner, wenn zwischen den ganzen blauen Uniformen etwas Historisches zu sehen ist, sagt Vereinsvorstand Hans Hartl. „Und wenn wir schon so etwas haben, warum sollten wir es verstecken?“ Doch vorher heißt es, dem guten Stück wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Unterstützt wird das Vorhaben von Restaurator Michael Walser, den Kameraden Michael Bauer, Andreas Frisch sowie Roland Guggenberger.

Der Rost wird abgeschliffen

Die Männer treffen sich auf dem Hof der Königsdorfer Feuerwehr, um die Leiter in Augenschein zu nehmen. Bauer, Frisch und Guggenberger greifen zu den Werkzeugen, Schleifvlies, Bürste, Lappen. „Restaurieren wollen wir sie nicht“, sagt Walser. „Eher konservieren. Also den Bestand erhalten.“ Soll heißen: Der Rost wird abgeschliffen, die Holzteile mit Seifenlauge gereinigt und später versiegelt. „Wenn wir sie lackieren würden, sähe man das Alter ja nicht mehr“, so das Argument des Restaurators. „Und auch nicht, dass sie wirklich genutzt worden ist.“

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Im Jahr 1908 hat die Gemeinde bei der „Feuerlöschgerätefabrik Justus Braun“ in Nürnberg eine zweirädrige Schubleiter in Auftrag gegeben. „Laut unserer Chronik konnte sie am 24. Mai des gleichen Jahres am Bahnhof in Beuerberg abgeholt werden“, blickt Hartl zurück. Nachdem die Schiebeleiter seitens der Wehr aus Sicherheitsgründen in Einsätzen nicht mehr verwendet werden durfte, wurde sie eingelagert, zuletzt im Weiler Grafing. „Seit Ende Februar ist sie nun wieder bei uns im Feuerwehrgerätehaus.“

Ein Glockenschlag ertönt

Trotz ihres Alters ist das Gerät noch immer voll funktionsfähig. Bauer dreht vorsichtig an einer Kurbel. Die Zahnräder greifen ineinander, die Leiter richtet sich auf. Auf Holz gemalte Ziffern zeigen mit Hilfe eines Pfeils an, in welchem Neigungswinkel die Leiter ausgefahren ist. „Die könnten wir auch wieder etwas lesbarer machen“, regt Walser an und fährt vorsichtig mit der Hand über die schwarzen, fast verblichenen Zahlen.

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Bis zu zwölf Meter Auszugslänge sind möglich. Sobald eine der Sprossen eine bestimmte Stelle passiert, ertönt ein heller Glockenschlag. „Zum Warnen und Mitzählen.“ Hartl rüttelt an der Konstruktion. „Ganz schön wackelig. Das würde heute nicht mehr gehen.“ Wie man sich fühlt, oben zu stehen, weiß der Königsdorfer vom Maibaumaufstellen. Denn nachdem die Schubleiter vor über zwanzig Jahren außer Dienst gestellt worden ist, ist sie zur Universalleiter mutiert. So nutzte etwa der Bauhof das historische Stück. „Beispielsweise zum Auswechseln von Straßenlampen“, sagt Hartl. Er deutet auf ein paar grüne Lackspritzer. „Und so wie’s aussieht, auch für Malerarbeiten.“

Die Transportfrage gilt es noch zu klären

Ein Problem ist noch zu lösen: der Transportart nach Tölz im September. Natürlich könnte man die Leiter an ein Auto anhängen. „Aber schneller fahren als Tempo 20 kann man dann nicht“, schränkt Hartl ein. Das würden die Holzräder nicht aushalten. Also muss vor dem Festzug eine technische Konstruktion zur Lösung des Problems gefunden werden. „Schließlich wollen wir nicht schon Tage vor dem eigentlichen Termin losfahren“, tönt es aus der Runde. Alle lachen. Nur Hartl bleibt ernst und verschränkt die Arme. „Ich seh schon: Das ist jetzt meine persönliche Herausforderung. Aber auch das werden wir hinbekommen.“

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