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Im Anflug aufs Matterhorn: Vier Königsdorfer Segelflieger schafften den 700 Kilometer langen Flug, Benjamin Bachmaier fotografierte aus dem Cockpit heraus.

Segelfliegen 

Mit dem Segelflieger zum Matterhorn und zurück

Es war stressig, aber auch ein tolles Erlebnis: Die Piloten des Segelflugzentrums nutzten die guten Bedingungen, um zum Matterhorn zu fliegen.

Königsdorf– Das Matterhorn ist mit 4478 Metern nicht nur einer der höchsten Berge der Alpen, sondern aufgrund seiner charakteristischen Form auch einer der bekanntesten Berge der Welt. Diesen Berg im lautlosen Segelflugzeug zu erleben und allein mit der Kraft der Sonne die gut 700 Kilometer von Königsdorf dorthin und wieder zurück zu fliegen, gelang jetzt fünf Piloten des Segelflugzentrums (SFZ).

Aufgrund der guten Wetterprognosen machten sich Benjamin Bachmaier, Fritz Vollmer, Oliver Wolfinger sowie Dirk Weisel zusammen mit seinem Sohn Janne im Doppelsitzer vom Typ ASH 25 auf den Weg in Richtung Westen. „Der Abflug übers Karwendel in Richtung Inntal hatte zunächst noch kleine Tücken, da die Thermik nicht ganz so gut wie erwartet war“, berichtete SFZ-Sprecher Mathias Schunk. „Über das Engadin ging es aber danach für alle zügig weiter Richtung Vorderrheintal.“ Über den Oberalp- und Furka-Pass erfolgte der Sprung ins Rhonetal, wo die Thermik auch schlechter als gedacht war. Bachmaier wollte seinen dritten Versuch diesen Flug durchzuführen, dennoch nicht 70 Kilometer vor dem Ziel abbrechen. Um kurz nach 15 Uhr war er dann der Erste, der an der Nordflanke des Matterhorns wendete. Kurz danach erreichten auch die anderen Piloten den „Berg der Berge“.

Auf ähnlicher Route flogen alle wieder in Richtung Heimat, wobei Flughöhen bis über 4000 Meter erreicht wurden. Bachmaier holte in seiner LS 1f (Baujahr 1974) mit 709 Kilometern zudem einen deutschen Klassenrekord für Clubklasse-Flüge in der Kategorie Zielrückkehrstrecke. Um 20.23 Uhr landete mit Wolfinger, der in seiner neu angeschafften ASH 26 unterwegs war, der letzte des Quartetts wieder in Königsdorf. „Das Gefühl, nach einem Jahr wieder am Horn zu sein, war echt toll“, so Bachmaier. „Aber es ist ein hartes Stück Arbeit, dorthin zu kommen. Diesen Stress muss ich mir nicht öfter als einmal im Jahr geben.“ tw

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