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Hoch zu Ross: Den Brüdern Anderl (3) und Michael (5) Hipp gefällt es auf dem alten Feuerwehrspritzenfahrzeug von 1933.

Oldtimertreffen 

Motorisierte Zeitreise

In ein Freilichtmuseum der Automobil- und Technikgeschichte verwandelte sich am Donnerstag die Wiese am Ortsausgang von Osterhofen. Zahlreiche Liebhaber alter Schätzchen hatten sich zum Oldtimertreffen im Rahmen der Festwoche zum 111-jährigen Bestehen der Feuerwehr Osterhofen eingefunden.

Königsdorf Schon von weitem ist das Tuckern, Knattern und Brummen der Motoren zu hören. In Reih’ und Glied aufgestellt, auf Hochglanz poliert und mit Besitzernachweis versehen, stehen sie da: Traktoren mit rostigem Charme, glänzende Limousinen, rassige Sportwagen und Motorräder aus längst vergangenen Zeiten. Die Sonne spiegelt sich in den zumeist blank polierten Gefährten. 160 Aussteller haben sich bis mittags bereits mit ihren Fahrzeugen, vor allem Traktoren, angemeldet. Die meisten kommen aus der Umgebung, manche reisten aus München an.

Aber nicht nur Fans von historischen Maschinen kommen bei dem Oldtimertreffen auf ihre Kosten, auch alle anderen haben sichtlich Spaß an der Zeitreise. An den Anschauungsobjekten wird gefachsimpelt. Zumeist sind es Männer, viele haben aber interessierte Frauen und Kinder im Schlepptau. Immer wieder sind Sätze zu hören wie „So einen hat der Opa auch mal gehabt“. Väter erklären ihrem Nachwuchs, dass der alte VW-Käfer seinen Motor hinten und den Kofferraum vorne hat.

Viele Besucher lassen sich von den Besitzern nicht nur die technischen Daten, sondern auch die ganz persönliche Geschichte des Fahrzeugs erzählen. Eine kleine Menschentraube bildet sich bald um das Fendt Dieselross F12 Baujahr 1936. Der Besitzer des Traktors, Peter Meier aus Neufahrn vom Verein zum Erhalt historischer Fahrzeuge und Geräte (HFG) beantwortet Interessierten geduldig Fragen zu dem Gefährt, das es von Wasserburg nach Wien verschlagen hatte, bevor es der heutige Besitzer erwarb. Er erklärt den Technikfans, dass der Mähantrieb über eine Holzscheibe läuft und gibt an Ort und Stelle gleich eine kleine Vorführung.

Einen nicht alltäglichen Anblick bietet Martina Bernwieser, als sie auf einem knallroten „Porsche Diesel Junior“, Baujahr 1958, mit ihrem Hund Floh in einem Korb neben sich zu ihrem Stellplatz tuckert. Sie hat sich gemeinsam mit ihrem Mann Dominikus Bernwieser, er ist unterwegs auf einem „Normag Zorge NG15“ mit dem Baujahr 1951 von Weipertshausen aus auf den Weg nach Osterhofen gemacht. Rund eineinhalb Stunden haben sie für die Strecke benötigt. Beide Traktoren stammen aus dem Familienbesitz ihres Mannes.

Wen das viele Staunen hungrig und durstig macht, der kann sich im Festzelt ordentlich stärken. Und auch Petrus macht mit: „Wir haben ein Riesenglück mit dem Wetter“, freut sich Feuerwehrvorstand Georg Weinbuchner. „Ich hoffe, dass das so bleibt für die ganze Festwoche.“

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