Wald von oben
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Um gegen den Klimawandel gerüstet zu sein, soll der Königsdorfer Gemeindewald umgebaut werden zu einem hitzeresistenten Mischwald.

Gemeinderat

Neuer Plan für den Königsdorfer Zukunftswald

  • vonPeter Borchers
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Der Gemeinderat billigt das aktualisierte Forstbetriebsgutachten für die kommunalen Wälder. Umbau zu mehr Mischwald wird angestrebt.

Königsdorf – Knapp 28 Hektar Wald – verteilt auf mehrere Grundstücke innerhalb der Gemeindegrenzen – nennen die Königsdorfer ihr Eigen. Wie die zu bewirtschaften sind, gibt das Bayerische Waldgesetz vor. Um die Umsetzung der Vorgaben in den Königsdorfer Wäldern kümmert sich die Waldbesitzervereinigung (WBV) Wolfratshausen unter Aufsicht des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen. Wichtiger Bestandteil ist ein Forstwirtschaftsplan mit einer immer 20-jährigen Laufzeit.

Den neuen Plan erhielt die Kommune im Herbst 2020. Er gilt rückwirkend von Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2038 und enthält Fakten und Daten über Alter des kommunalen Waldes, die darin enthaltenen Baumarten, Holzmengen, die zukünftige Entwicklung und dafür notwendige Maßnahmen. In den gemeindlichen Wäldern hat sich der Anteil der Fichte in den vergangenen 20 Jahren von 67 auf nun 59 Prozent verringert. Die Gründe dafür liegen in den zunehmenden klimatischen Extremereignissen wie Stürmen und Trockenheit und in der Folge daraus den Schäden durch den Borkenkäfer, wie Geschäftsleiter Andreas Baumann den Gemeinderäten in deren jüngster Sitzung erläuterte.

Da die Risiken künftig nicht weniger werden, empfiehlt der Plan den Königsdorfern, langfristig mehr auf Mischwälder zu setzen und der Fichte „stabile Partner“ wie die Laubhölzer Buche und Ahorn zur Seite zu stellen. Die heimische Weißtanne sei ebenfalls sehr interessant – sowohl aus ökologischen wie auch ökonomischen Gründen. Der ´Tiefwurzler trotzt nämlich Dürrezeiten und Stürmen viele leichter und liefert zudem hochwertiges Bauholz.

Im Zuge des Waldumbaus falle auch der Jagd eine entscheidende, gesetzlich klar definierte Rolle zu, zitierte Baumann aus dem Forstwirtschaftsplan . Gebe es zu viele Rehe, können sich junge Tannen aufgrund des hohen Verbisses nicht entwickeln. Der Rehwildbestand sei deshalb so zu regulieren, dass alle Baumarten für einen klimafesten Zukunftswald möglichst ohne Schutzmaßnahmen wie Plastik-Clips und Zäune aufwachsen können. „Glücklicherweise“, so Baumann, verjüngen sich bereits einige Flächen rund um Königsdorf recht gut.“ Der Gemeindewald sei bislang zielgerichtet bewirtschaftet worden. Ein Schwerpunkt der Arbeit in den kommenden Jahren werde auf der Pflege der jüngeren und mittelalten Bestände sowie der Verjüngung des Altbestands liegen,

Das Gremium nahm das neue Forstbetriebsgutachten zur Kenntnis und zeigte sich einstimmig mit der Vorgehensweise zur Verbesserung des kommunalen Waldes einverstanden.

peb

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