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200 Meter Radweg, viel Müll: Am Boschhof in Königsdorf sammelte und entsorgte Christiane Rauert unter anderem zehn Zigarettenschachteln und zwei Kaffeebecher ein. 

Zu viel Müll am Wegesrand

Null Toleranz für Müllsünder

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Königsdorf – Das Gebiet um den Boschhof in Königsdorf wird zunehmend stärker vermüllt. Fotografin Christiane Rauert ärgert sich enorm darüber – und ist damit nicht allein.

Das Gebiet um den Boschhof in Königsdorf ist ein schönes Fleckchen Erde. Ein Traum für Spaziergänger und Menschen, die ihre Hunde mal schnell Gassi führen wollen. Christiane Rauert kann die Umgebung nicht mehr so recht genießen. Der Grund: Der Weg ist gepflastert mit Zigarettenschachteln, Kaffeebechern und sonstigem Müll. In einem Brief wandte sie sich an die Gemeinde – und mit ihrem Ärger ist sie nicht allein.

Rauert wohnt am Boschhof. Die Fotografin und Designerin hält normalerweise die Schönheit der Natur im Bild fest. Nun griff sie zur Kamera, um den Abfall am Rand des Radwegs nach Penzberg zu dokumentieren. „Früher hat man schon im Kindergarten gelernt, dass man Müll nicht einfach wegwirft. Heute finden das die Leute vielleicht spießig“, mutmaßt sie.

Bürgermeister Anton Demmel gerät richtig in Rage, wenn man ihn auf dieses Thema anspricht. Der Gemeinde-Chef selbst ist jedes Jahr dabei, wenn die Jugendgruppe des Tölzer Fischereivereins zum Ramadama aufruft. Was er dort fand, machte ihn bisweilen sprachlos. Beispielsweise eine achtlos entsorgte Einbauküche inklusive Dunstabzugshaube. Dem Bürgermeister fehlt dafür jegliches Verständnis: „Die Leute haben das Zeug schon auf dem Hänger, müssten nur noch zum Wertstoffhof fahren. Und stattdessen machen sie sich so einen Stress, fahren in der Nacht rum und müssen darauf aufpassen, dass sie niemand sieht.“ Über die Gründe kann Demmel nur rätseln: „Vielleicht macht so eine Aktion Spaß?“ Seiner Ansicht nach sei das Hauptproblem, dass das achtlose Wegwerfen von Müll in der Gesellschaft als Kavaliersdelikt gilt.

Fotografin Christiane Rauert ärgert sich über vermüllte Natur.

Demmel sagt, er habe einen „persönlichen Ehrgeiz“, Müllsünder zur Strecke zu bringen. Ein-, zweimal sei dies schon gelungen: „Da habe ich dafür gesorgt, dass diesen Leuten die Hölle heiß gemacht wird.“ Er plädiert für eine Null-Toleranz-Linie wie in den USA: „Wenn dich da der Sheriff dabei erwischt, dass du ein Papier aus dem Autofenster wirfst, sagt er: ,Jetzt haben wir dich, Bürscherl.‘ Und dann musst du 5000 Dollar zahlen.“

Auch Eurasburgs Bürgermeister Moritz Sappl ärgerte sich schon über Menschen, die auf dem Gemeindegebiet Müll entsorgen – beispielsweise einen riesigen Berg an Autoreifen. Patentlösungen, wie sich das Problem lösen lässt, kann er nicht anbieten: „Jeder muss sich selbst an der Nase packen.“ Wer einen Täter entdeckt, solle sich das Aussehen einprägen, das Auto-Kennzeichen notieren und ihn anzeigen. Besonders ärgerlich ist die illegale Müll-Entsorgung für Grundstücks-Eigentümer. Das Gelände wird verschandelt, und sie müssen sich zudem um die Entsorgung kümmern. „Da sagt auch jeder Vergelt’s Gott“, sagt Demmel sarkastisch.

pr

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