Linie S7, Bahnhof Wolfratshausen
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Die S7 soll mittelfristig nach Geretsried rollen. Die Gemeinde Königsdorf, auf dessen Flur der Endbahnhof zu großen Teilen geplant ist, hat Einwände.

Gemeinderat

S7-Endbahnhof in der Zeitschleife

  • vonPeter Borchers
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Königsdorf äußert sich erneut zur S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried. Die Gemeinde kann die P + R-Anlage weder bauen noch unterhalten

Königsdorf – Und täglich grüßt die DB Netz AG. Bekanntlich führt die Netz AG der Deutschen Bahn aktuell ein Planfeststellungsverfahren für die Verlängerung der S-Bahn-Linie 7 von Wolfratshausen nach Geretsried durch. Weil der Endbahnhof Geretsried-Süd zu großen Teilen auf Königsdorfer Flur liegt, hatte die Netz AG als Vorhabenträgerin auch die Gemeinde Königsdorf zu einer Stellungnahme aufgefordert – einmal im Dezember 2012 und ein weiteres Mal im Februar 2020.

In beiden Fällen hatten sich die Königsdorfer dahingehend geäußert, dass „die Gemeinde aufgrund ihrer Größe nicht in der Lage“ sei, „Bahnhofsanlagen, Park + Ride-Parkplätze und notwendige Zuwegungen zu planen, zu erstellen und später zu betreiben“. Diese Anlagen müssten als Verpflichtung der DB Netz AG oder der DB Station und Service AG in das Planfeststellungsverfahren aufgenommen werden oder – falls die Stadt Geretsried dazu bereit sei – eine entsprechende Vereinbarung darüber getroffen werden. Die Netz AG dagegen sieht Park + Ride-Parkplätze als „Anlagen des ruhenden Verkehrs“. Daher könnten sie nicht in das eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren eingebracht werden.

Anstelle eines ursprünglich vorgesehenen mündlichen Erörterungstermins führt die Netz AG nach dem Planungssicherstellungs-Gesetz seit Mitte Februar noch bis zum 13. März eine Online-Konsultation durch. Träger öffentlicher Belange sowie betroffene Grundstückseigentümer erhalten in diesem Zeitraum auf einer nicht öffentlichen Internetseite der Regierung von Oberbayern Informationen und können sich dazu äußern. Im Fall der Gemeinde Königsdorf wäre das nun also das dritte Mal.

An der Haltung der Kommune hat sich nichts geändert. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, an seiner bisherigen Entscheidung festzuhalten. Die P + R-Anlage Geretsried Süd müsse im Planfeststellungsverfahren mit Plan festgestellt werden, „damit ein schlüssiges und gesichertes Verkehrskonzept zum Betrieb des Endbahnhofs entstehen und umgesetzt werden kann“. Das Gremium verwies außerdem auf seine beiden vorherigen Stellungnahmen: „Die darin enthaltenen Aussagen und Feststellungen gelten weiterhin fort.“ Der Beschluss fiel einstimmig aus.

peb

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