+
Bekam ungeahnte Hilfe aus Italien: Peter Demmel mit seinen Geschwistern Heidi und Anna. 

Weihnachtliche Luftpost fliegt über die Alpen 

Santa Lucia hilft dem Christkind

  • schließen

Einen Wunschzettel ans Christkind schickte Peter (7) via Luftballon. Er kam an - bei Santa Lucia in Italien. 

Königsdorf – Es gibt Geschichten, die sind so märchenhaft, dass man am liebsten mit „Es war einmal...“ anfangen würde. Zu diesen gehört die Weihnachtsgeschichte von Familie Demmel aus Königsdorf.Deren Sohn Peter (7) hatte einen großen Wunsch ans Christkind: „ein Schneeräumschild für sein Kettcar“, berichtet Mutter Birgit Demmel. Nur, wie sollte der Himmel davon erfahren? Die Lösung fand sich auf dem Königsdorfer Adventsmarkt des Trachtenvereins. „Denn hier gibt es einen Stand, an dem man einen Wunschzettel ans Christkind schreiben und diesen dann mit Hilfe eines mit Gas gefüllten Luftballons in den Himmel schicken kann.“

Also machten sich Peter, seine Geschwister Heidi (4) und Anna (1) zusammen mit den Eltern am ersten Adventssonntag auf den Weg zum Himmlischen Postamt. In großen Buchstaben – schließlich sollte das Christkind es ja auch gut lesen können – füllte Peter die Karte aus, schrieb seine Adresse darauf und knotete sie fest an die Schnur des Luftballons. Der stieg schnell auf, höher und höher, bis er nicht mehr zu sehen war. „Ob der jemals ankommen wird?“ fragte sich Peter, bevor er sich mit seiner Familie auf den Heimweg machte.

Luftballon wird rund 500 Kilometer weit getragen

Der Ballon wurde vom Wind über Flüsse und Städte getragen, über Berge und Täler – bis er eines Tages auf einem Autodach landete. Nicht auf einem Dach in Deutschland, sondern auf einem Auto in der rund 500 Kilometer entfernten Gemeinde Borgosatollo bei Brescia in Italien. Die Besitzer des Wagens, die Familie Thoma-Costa, erkannten die Dringlichkeit, mit der die Karte an den eigentlichen Empfänger weitergeleitet werden musste. 

Kurz vor Weihnachten schrieb Patricia Thoma-Costa einen Brief an den Buben in Königsdorf, „Meine Kinder Mattia, Elia, Miriam und ich, haben sofort beschlossen Dir zu helfen – und zwar mit himmlischer Unterstützung“, heißt es darin. Denn in Italien ist es Brauch, dass Santa Lucia am 13. Dezember mit ihrem Eselchen auf die Erde kommt, um die Kinder zu beschenken. „Wir haben uns gedacht, dass sie das Christkind bestimmt kennt und den Brief bei ihrer Heimreise in den Himmel mitnehmen und abgeben könnte.“ Also haben Mattia, Elia und Miriam als Willkommensgruß für Santa Lucia und ihr Reittier nicht nur Kekse und Heu hergerichtet, sondern auch noch die Karte aus Königsdorf dazugelegt, mit der Bitte, sie doch dem Christkind zu bringen. „Und stell’ Dir vor“, schreibt die Italienerin weiter, „am nächsten Tag war die Karte weg.“

Santa Lucia muss das Christkind tatsächlich noch rechtzeitig erwischt haben. „Denn“, so erzählt Birgit Demmel mit einem Augenzwinkern, „an Heiligabend lag doch tatsächlich das Schneeräumschild unter dem Christbaum.“ Der Brief der Familie aus Italien wird für immer an die gute Zusammenarbeit zwischen dem Christkind und Lucia erinnern. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wolfratshausen: Straßenstrich ruft Innenminister auf den Plan
Ein mysteriöser weißer Strich auf der Straße sorgte am Pfingstmontag in Wolfratshausen für Aufsehen. Nun äußert sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu dem Fall.
Wolfratshausen: Straßenstrich ruft Innenminister auf den Plan
Nach ARD-Doku: So reagiert Asyl-Helferin auf Beleidigungen und Drohanrufe
Asyl-Helferin Ines Lobenstein wurde  durch eine ARD-Doku zur Zielscheibe von rassistischen Hetzern. Im Interview erklärt sie, wie sie damit umgeht.
Nach ARD-Doku: So reagiert Asyl-Helferin auf Beleidigungen und Drohanrufe
Fitness-Trainer geht zu weit: 41-Jährige erstattet Anzeige
Beim Wiegen seiner Kundin ließ sich ein Fitness-Trainer in Wolfratshausen zu Küssen hinreißen. Nun wird gegen den Mann ermittelt.
Fitness-Trainer geht zu weit: 41-Jährige erstattet Anzeige
Geretsrieder wegen Radl-Diebstahl vor Gericht – dabei hat er schon 13 Vorstrafen 
Er kann’s nicht lassen. 13 Vorstrafen hat ein 52-jähriger Geretsrieder gesammelt, seit er 1992 zum ersten Mal wegen Nötigung verurteilt wurde. Nun steht er erneut vor …
Geretsrieder wegen Radl-Diebstahl vor Gericht – dabei hat er schon 13 Vorstrafen 

Kommentare