+
Hier starben zwei Menschen: Der Tatort im Königsdorfer Stadtteil Höfen.

Polizei äußert sich

Königsdorf: Schon zehn Anrufer gaben Hinweise zum Doppelmord

Königsdorf - Im Fall des Doppelmords von Königsdorf ermittelt die Polizei weiter. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse zum Aufenthaltsort des gesuchten Robert Pludowski.

Die Polizei fahndet weiterhin mit Hochdruck nach Robert Pludowski. Der Pole steht im dringenden Verdacht, die beiden Raubmorde im Königsdorfer Ortsteil Höfen verübt und bei dem Einbruch überdies Hausbesitzerin Luise S. schwer verletzt zu haben (tz berichtete). Vermutlich hält sich Pludowski derzeit in seinem Heimatland auf.

„Seit Einrichtung des Hinweistelefons am Freitag nach der Pressekonferenz bis zum Dienstagmorgen haben sich zehn Anrufer gemeldet“, sagt Jürgen Thalmeier, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Bahnbrechende Erkenntnisse hätten sich aus den Hinweisen bislang nicht ergeben. „Sie sind sehr allgemein gehalten. Aber natürlich gehen wir ihnen nach“, sagte er dem Isar-Loisachboten.

Bundeskriminalamts-Beamte vor Ort

Auch wenn ihre Arbeit am und um den Tatort herum bald abgeschlossen sei, habe die Sonderkommission Höfen gut zu tun, versichert der Sprecher der Rosenheimer Behörde. An ihrer Stärke von 55 Mann ändere sich deshalb nichts. Seit Montag sind laut Thalmeier zudem Beamte des Bundeskriminalamts am Tatort in Höfen. Sie vermessen das Haus und seine Umgebung mittels eines 3D-Scans. „Damit ist es möglich, den Tatort bei einer späteren Gerichtsverhandlung virtuell abzugehen“, erklärt der Sprecher der Rosenheimer Behörde. Das sei anschaulicher als Fotos.

Pludowski-DNA hilfreich

Wie bewertet Thalmeier die Chance, Pludowski zeitnah zu schnappen? „Eine Prognose abzugeben, wäre verwegen“, antwortet der Polizeisprecher. Das große Pfund der Polizei sei jedoch, dass unter dem gefundenen DNA-Muster eine Person hinterlegt ist. „Wir wissen also, wen wir suchen müssen.“ Einerseits sind die Bürger erleichtert, dass es jetzt Beschuldigte gibt – die Schwester von Pludowski war als Pflegerin im Haus und gab wohl einen Tipp – andererseits schockiert die Brutalität des Verbrechens nach wie vor. Eine 76-Jährige und ein 81-Jähriger wurden getötet, die Hausbesitzerin schwer verletzt.

Alle Neuigkeiten zum Doppelmord von Königsdorf finden Sie in unserem Live-Ticker.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erstwählerin im Interview: „Ein bisschen nervös“
Julia Schlappa aus Geretsried ist Erstwählerin. Im Interview spricht sie über ihr Gefühl vor der Bundestagswahl 2017. 
Erstwählerin im Interview: „Ein bisschen nervös“
Ohne Wahlhelfer geht nichts: Eine Bürgerpflicht
Damit die Bundestagswahl möglichst reibungslos abläuft, sind im Wahlkreis 223 (Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach) rund 1900 Wahlhelfer im Einsatz. Einer von ihnen ist …
Ohne Wahlhelfer geht nichts: Eine Bürgerpflicht
Britin darf erstmals zur Bundestagswahl gehen
Seit dem 13. Februar dieses Jahres ist Vanessa Magson-Mann deutsche Staatsbürgerin. Die gebürtige Britin – sie lebt seit 26 Jahren in der Bundesrepublik – darf also am …
Britin darf erstmals zur Bundestagswahl gehen
Seminar St. Matthias: Wie die Schule sich verändert hat
Das Seminar St. Matthias feiert 90-jähriges Bestehen. Im Gespräch blickt Stiftungsdirektor Professor Joachim Burkard zurück.
Seminar St. Matthias: Wie die Schule sich verändert hat

Kommentare