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Da hat was angebissen: Alexander zog einen Karpfen nach dem anderen aus dem Wasser. Rathauschef Anton Demmel half dem Buben. 

Ferienpass-Aktion am Weiher des Flugplatzes

So begeistert der Königsdorfer Bürgermeister die Jugend für das Fischen

Der Königsdorfer Bürgermeister Anton Demmel fischt, seit er ein kleiner Junge war. In einer Ferienpass-Aktion hat er diese Begeisterung weiter gegeben. 

Königsdorf – Der zehnjährige Alexander ist zufrieden: „Ich ziehe einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser“, berichtet der Ferienpassteilnehmer mit einem strahlendem Lächeln. Tatsächlich hält der Eurasburger gerade seinen vierten Spiegelkarpfen in den Händen. Damit hat er auch den Königsdorfer Bürgermeister schwer beeindruckt. Anton Demmel weiß aus eigener Erfahrung: „So ein Erfolg ist beim ersten Mal keine Selbstverständlichkeit.“

Der 47-Jährige Demmel fischt selbst, seit er eine Rute halten kann. „Mit sechs Jahren war ich schon gemeinsam mit Hubert Hartmann am Wasser“, erinnert sich der Bürgermeister. Hartmann ist heute Vize-Vorsitzender des Fischereivereins Königsdorf. Gemeinsam bieten die beiden Freunde seit rund zehn Jahren das Angeln mit Kindern als Aktion im Ferienpass an.

Hartmann möchte gerne mehr junge Menschen für den Freizeitsport begeistern. „Seit Jahren haben wir einen Mitgliederschwund in der Vereinsjugend“, sagt der Königsdorfer.

Begeistert sind die Teilnehmer unübersehbar. Rund um den kleinen Weiher des Königsdorfer Flugplatzes haben sich die Kinder verteilt. Vom Ufer aus werfen sie konzentriert die mit Mais bestückten Köderhaken aus. Bei jeder Bewegung des Schwimmers an der Wasseroberfläche ist Jason alarmiert, die leichten Wellen könnten einen Biss signalisieren. Der Zwölfjährige ist oft mit seinem Vater oder Großvater am Wasser. Auch mit Anton Demmel angelt er schon das zweite Jahr in Folge. „Sobald ich 14 bin, lege ich die Prüfung für den Fischereischein ab“, sagt Jason voller Überzeugung.

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Magnus aus Oberherrnhausen ist zum ersten Mal angeln. Zwar gebe es jede Menge fischbegeisterte Mitschüler in seinem Umkreis. Bisher habe aber leider niemand Zeit gehabt, um ihn mitzunehmen. „Als ich dann den Ferienpass durchgeblättert habe, wollte ich unbedingt mit dem Bürgermeister fischen“, erzählt der Schüler. Auch Magnus hat heute Glück: „Abends esse ich meinen selbstgefangenen Karpfen.“ Demmel freut sich über die Fangerfolge in diesem Jahr besonders. „Im letzten Sommer konnten wir wegen der Dürre nicht an den Flugplatzweiher und mussten auf den Fiechtner See an der B11 ausweichen“, erinnert sich der Bürgermeister. Das sei eine Katastrophe gewesen. Bis auf ein Mädchen habe niemand etwas gefangen.

Rein um den Fangerfolg geht es dem Rathauschef aber nicht: „Die Kinder sollen lernen, die Fische anständig zu töten.“ Dafür sei eine Betäubung und ein Kiemenrundbogenschnitt nötig. Anschließend verrät ein Blick in die Pupillen, ob der Fisch wirklich tot ist. „Es ist wichtig, das Tier mit Anstand und Respekt zu behandeln und nicht unnötig zu quälen“, sagt der Bürgermeister nachdrücklich.

Den Flugplatzweiher gibt es seit den 1960er-Jahren. „Für den Bau der benachbarten Start- und Landebahnen wurde Kies ausgehoben, das Grundwasser erledigte den Rest“, erklärt der Königsdorfer.

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Für die Ferienpassaktion ist das Gewässer wie geschaffen. „Unser Rekord der vergangenen Jahre liegt bei 15 Karpfen“, so Demmel. Wie viele Fische es heuer werden, weiß der Rathauschef zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Abends kommen die nächsten acht Kinder, um vom Profi zu lernen. Jonas Napiletzki

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