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Tipp der Kinschdarfer Maschkera: Prinzenpaar selber Basteln

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Autorenteam der Kinschdarfer Faschingszeitung: Micky und Minnie Maus.
Autorenteam der Kinschdarfer Faschingszeitung: Micky und Minnie Maus. © privat

Wegen Corona fällt Fasching in diesem Jahr flach. In Königsdorf gibt es trotzdem eine Faschingszeitung. Sie ist unter erschwerten Bedingungen entstanden - und beinhaltet doch viele lustige Geschichten und kuriose Tipps.

Königsdorf – Ein normaler Faschingsdienstag in Königsdorf sähe so aus: Das ganze Dorf ist auf den Beinen, richtet im Wechsel einen Faschingszug oder einen -markt unter einem bestimmten Motto aus. Doch in diesem Pandemie-Jahr ist nichts normal. Niemand hämmerte im Vorfeld an den Wagen, niemand stellte sich ein Kostüm zusammen. „Das kann es nicht sein“, darin war sich die Redaktion – fünf Mitglieder zwischen 30 und 80 Jahren – der Kinschdarfer Maschkera einig. Sie hält alle zwei Jahre mit einem Augenzwinkern Rückblick auf das Dorfleben.

„A bisserl Normalität sollte schon sein“, finden zwei der Redakteure, die ihren Namen lieber mit Micky und Minnie Maus angeben. Also suchte die Crew nach Material, hielt Konferenzen per Video ab. „In Corona-Zeiten ist die Themensuche schwierig – weil ja nichts stattfand“, sagt Minnie. Ein Umstand, mit dem auch der Burschenverein, der traditionell eine Seite beisteuert, leben musste. Hier halfen Symbolbilder, um das Vereinsleben widerzuspiegeln: Maibaum – abgesagt. Burschenausflug – abgesagt. Glühweinstand und Skiausflug erlebten das gleiche Schicksal.

In WhatsApp-Gruppen baten die Redaktionsmitglieder um weitere Geschichten und Kuriositäten aus dem Dorf. „In den vergangenen Jahren hatten wir im Schnitt 86 Berichte“, sagt Micky. „Zum Jahresende 2020 waren es gerade einmal zehn.“ Doch auf die Königsdorfer ist Verlass. Zum Redaktionsschluss am 20. Januar lagen 56 Geschichten auf dem Tisch. „Manche wurden uns sogar anonym per Post zugeschickt“, erinnern sich die beiden Mäuse. Ganz wichtig: Wenn jemand durch den Kakao gezogen wird, dann nie verletzend – wie beispielsweise in der Geschichte in Gedichtform über den Dachdecker, der versehentlich das falsche Hüttendach reparierte. „Im Gegenteil“, sind sich die Autoren einig, „es soll schon eher eine Auszeichnung sein, in der Königsdorfer Faschingszeitung erwähnt zu werden.“ Minnie stutzt kurz. „Der Bürgermeister ist natürlich Pflicht.“ Logo – denn wie formulierte es einer seiner Vorgänger: „Wennst nicht drin bist, giltst a nix.“

Natürlich wird nicht an Tipps gespart, wie man durch den Faschingsalltag kommt. Stichwort Prinzenpaar: Woher nehmen? Man kann sie ja dieses Jahr nicht einmal stehlen. Die Lösung ist eine Art „Do-it-yourself-Königspaar“. „Such Dir jemanden aus – und nimm als Garde Puppen und Barbies.“ Ähnlich lässt sich ein Faschingszug organisieren. „Aufstellung daheim – Verlauf durchs Dorf – mit einer Kontaktperson.“

Mit der großen Menge an positiven Rückmeldungen auf die Zeitung hatten selbst Micky und Minnie Maus nicht gerechnet. „Man hat gemerkt, wie froh die Leute waren, dass sie nicht Corona zum Opfer gefallen ist.“ Und nach der Zeitung ist vor der Zeitung: „Wir fangen jetzt bereits das Sammeln an“, sagt Minnie. „Damit wir in zwei Jahren genug Stoff haben.“ sh

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