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Verhandlung vor dem Amtsgericht Wolfratshausen

„Volle Kanne gegen den Baum geknallt“

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Schmerzmittel und Alkohol vertragen sich nicht: Nach einer Geburtstagsparty krachte ein Königsdorfer (20) deshalb gegen einen Baum. Dafür musste er sich jetzt vor Gericht verantworten.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Schmerzmittel und Alkohol vertragen sich nicht. Diese Erfahrung machte ein Auszubildender (20) aus Königsdorf auf drastische Weise. Nach einer Geburtstagsparty krachte der junge Mann frontal gegen einen Baum, als er auf der Landstraße zwischen Attenhausen und Dorfen bei Icking die Kontrolle über seinen BWM 320i verlor. Bei der Blutentnahme im Krankenhaus kam heraus: Der Fahrer hatte bei dem Unfall mindestens 1,6 Promille Alkohol im Blut. Dafür musste er sich jetzt vor Gericht verantworten.

Das schlechte Gewissen hatte den Königsdorfer geplagt, als er sich am 5. Februar dieses Jahres zwischen 5 und 6 Uhr in der Früh hinters Steuer gesetzt hatte. Am Abend zuvor habe er die Geburtstagsfeier eines Freundes in Wolfratshausen besucht, erklärte der 20-Jährige vor Gericht. Dort sei es aufgrund seines Alkoholkonsums zu einigen unschönen Szenen gekommen. Wegen einer Operation einige Wochen zuvor habe er starke Medikamente eingenommen, und trotzdem gut Alkohol getrunken. „Ich habe es verharmlost.“ Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellte.

„Ich war auf einmal total crazy und habe Streit mit dem Gastgeber angefangen. Ich wollte pöbeln“, erzählte der junge Mann. Der Königsdorfer flog raus, fuhr mit anderen Partygästen im Taxi nach Hause. Unterwegs erzählten ihm seine Begleiter, dass er sich völlig daneben benommen und seinen Freund übel angemacht habe. „Ich war frustriert, wollte mich bei ihm entschuldigen“, begründete der Angeklagte, warum er nochmal zurückgefahren war. Die Party war bereits zu Ende. Warum er dann noch in der Gegend herumgefahren war, konnte er nicht erklären. Der Unfall sei jedoch ein heilsamer Schock gewesen.

In der Zwischenzeit hat sich der Königsdorfer in Beratungsgesprächen bei der Caritas mit den Auswirkungen von Alkoholmissbrauch auseinandergesetzt. Zudem hatte er zwei Haarproben untersuchen lassen – beide waren negativ. „Ich weiß, dass ich Scheiß gebaut habe“, beteuerte der Angeklagte. „Ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist.“

Das er offenbar einen mächtigen Schutzengel hatte, hielt auch Jugendrichter Urs Wäckerlin für wahrscheinlich. „Sie haben brutales Glück gehabt, als sie volle Kanne gegen den Baum geknallt sind“, betonte der Richter. Er verurteilte den Königsdorfer zu 40 Stunden Sozialdienst und ordnete ein Alkoholverbot für ein Jahr an. Zudem verlängerte er die Sperrfrist für den Führerschein, der dem 20-Jährigen schon in der Tatnacht abgenommen worden war, um weitere vier Monate, insgesamt also ein Jahr.

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