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Zwei neue Solo-Flieger: Florian Hoppe (li.) und Jochen Vogel (re.) mit ihrem Fluglehrer Wolfram Gothe.  

Segelflugzentrum Königsdorf

Vom Fußgänger zum Piloten in fünf Wochen

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Der Holzkirchner Jochen Vogel (44) und der Königsdorfer Florian Hoppe (17) haben es geschafft: Die beiden absolvierten nun erfolgreich ihre ersten Alleinflüge.

Königsdorf Frei in der Luft zu schweben wie ein Vogel, davon träumen die Menschen seit jeher. „Manchmal fliegen wir auch zusammen mit den Vögeln“, sagt Mathias Schunk, Sprecher des Königsdorfer Segelflugzentrums (SFZ). Die Tiere „zeigen uns oft die Thermik, denn auch sie nutzen sie“.

In der Tat kommt das Gleiten in einem Segelflugzeug dem Flug der Vögel sehr nahe. Und es ist gar nicht so schwer zu lernen. Jochen Vogel aus Holzkirchen begann erst im Juli mit der Ausbildung. Fünf Wochen später absolvierte der 44-Jährige in Königsdorf seinen ersten Alleinflug. Auch der 17-jährige Florian Hoppe aus Bad Tölz, der dort die Fachoberschule besucht, hat sich während dieser Schulungswoche „freigeflogen“. So nennen die Piloten ihren ersten Flug ohne einen Lehrer an ihrer Seite.

„Die Sonne ist der Motor“, erklärt Wolfram Gothe, ehrenamtlicher Fluglehrer am Segelflugzentrum, und blickt gen Himmel. Dort kreist ein weiterer seiner Schüler solo über dem Königsdorfer Moor. Wenn die Sonne die Luft über dem Boden erhitze, steige diese wie in einem Schlauch nach oben, sagt Gothe. „Wenn sich die Luft dann abkühlt, kondensiert der Wasserdampf. Es bildet sich eine Wolke und macht so die Thermik für uns Segelflieger sichtbar.“ Daher steuern die Piloten gezielt diese Wolken an und tanken dort Höhe. „Steigt die Luft schneller, als das Flugzeug sinkt, gewinnen wir an Höhe. Denn ein Segelflugzeug befindet sich gegenüber der Luft immer in einem Sinkflug“, ergänzt Schunk.

Neben dem Handling in der Luft heißt Fliegen in erster Linie, das Landen zu lernen, sagt Wolfram Gothe. Da das Flugzeug keinen Motor habe, müsse der Pilot das Landemanöver gut einschätzen können. Damit das zur Routine wird, bildet das SFZ Piloten schon früh aus. Bereits im Alter von 14 Jahren dürfen sie Unterricht nehmen. Für das Vergnügen müssen sich die Sportler zudem keine eigenen Maschinen anschaffen. Der Verein stellt sie ihnen.

Florian Hoppe, der den Segelfliegern am Greilinger Flugplatz früher oft zugesehen hat und während einer Ferienpass-Aktion erstmals selbst in der Pilotenkanzel saß, liebt diesen Sport. In der Luft fühle er sich komplett frei, sagt der 17-Jährige. Seinen ersten Alleinflug schätzt er so ein: „Na ja, ich bin a bisserl schief geflogen, aber ansonsten war es wie immer. Ich hab’s mir spektakulärer vorgestellt, erstmals ohne Lehrer zu fliegen.“ Jochen Vogel, der in den 1980er-Jahren Gleitschirme und Drachen geflogen hat, möchte mit dem Segelflugzeug längere Strecken zurücklegen.

Für beide ist die Ausbildung nun aber noch nicht zu Ende. Es folgen weitere praktische Übungseinheiten unter Aufsicht von Fluglehrern. Im Winter heißt es dann, die Schulbank zu drücken und die Theorie wie Meteorologie, Aerodynamik, Luftrecht und vieles mehr zu pauken. 

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