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Experten warnen: Hunden tut es nicht gut, wenn sie wie Menschen behandelt werden. 

Viele Vierbeiner dienen als Ersatz für Partner und Kinder

Warum Hunde nicht wie Menschen behandelt werden sollten

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Im Verhältnis zwischen Mensch und Hund hat sich in der letzten Zeit was geändert. Leider zum Schlechteren, wie Angelika Kassner von den Hundesportfreunden findet. 

Königsdorf – Ob Bello, Lassie, oder Rex: Der Hund gilt seit jeher als bester Freund des Menschen. Trotzdem schlagen Experten Alarm: Die Beziehung zwischen den Vierbeinern und ihren Besitzern habe sich in den letzten Jahren gravierend gewandelt. Ist an der Aussage etwas dran? Unsere Volontärin Franziska Konrad hat sich darüber mit Angelika Kassner, Vorstandsmitglied der Hundesportfreunde Königsdorf, unterhalten.

Frau Kassner, hat sich das Verhältnis zwischen Hunden und ihren Eigentümer in letzter Zeit stark geändert?

Ja. Und wie. Ursprünglich galten die Tiere als Wachhunde, Hütehunde, Jagdhunde, je nach ihren rassenspezifischen Merkmalen. Mittlerweile werden die Vierbeiner von vielen Besitzern immer mehr vermenschlicht. Vor allem bei Leuten, die einsam sind, muss das Tier oft als Partner- oder Kinder-Ersatz herhalten.

Woran zeigt sich das? Wenn der Hund im Bett schläft?

Angelika Kassner Vorstandsmitglied der Hundesportfreunde Königsdorf 

An sich ist es nicht schlimm, wenn das Tier mal im Bett schläft. Aber der Hund muss ganz klar wissen, wo seine Position in seinem häuslichen Rudel ist. Wenn der Vierbeiner zum Beispiel mit dem Frauchen im Schlafzimmer liegt und den Ehemann anknurrt, wenn der sich dazulegen möchte, dann läuft ganz klar etwas falsch.

Was ist die Erklärung für dieses Verhalten?

Das Tier hat keinerlei Sozialverhalten mehr. Er ist es gewöhnt, das Püppchen oder der Prinz zu sein, dem die volle Aufmerksamkeit gilt. Deshalb möchte der Hund sein Herrchen oder Frauchen ganz für sich allein besitzen und duldet niemand anderes neben sich.

Worin sehen Sie bei dieser Entwicklung das größte Problem?

Eindeutig darin, dass die Hundehalter die Problematik oft nicht als solche erkennen und wahrnehmen. Von ihnen höre ich dann Aussagen wie: „Schau mal, wie mein Hund an mir hängt. Der folgt mir auf Schritt und Tritt.“ Dabei will der Vierbeiner den Menschen nur besitzen.

Gibt es einen Weg zurück, wenn Hundehalter erkennen, dass etwas falsch läuft?

Grundsätzlich kommt es darauf an, wie alt das Tier ist – und über welchen Zeitraum es vermenschlicht wurde. Der Hund muss schließlich wieder ein komplett anderes Verhalten antrainiert bekommen. Das ist zwar ein langwieriger Prozess, aber es ist machbar.

Wie sollen Besitzer in diesem Fall vorgehen?

Zuerst einmal müssen die Herrchen und Frauchen an sich selber arbeiten, ihre Fehler einsehen, die sie gemacht haben. Wenn das passiert ist, müssen sie dem Vierbeiner seinen neuen Platz zuweisen. Anstatt der Besitzeinnahme seines Eigentümers muss der Hund eine Ersatzbefriedigung bekommen. Ihm muss klar werden, dass noch andere Dinge schön sind. Am besten geht das, wenn die Hundehalter mit ihrem Tier arbeiten. Das geht beispielsweise auf einem anerkannten Hundeübungsplatz unter Anleitung von Ausbildern mit Trainerschein.

Lesen Sie auch: Das Weihnachtshaus der Familie Kassner in Deining

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