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Das Treiben am Segelflugzentrum stört Anwohner in Wiesen. Mit ihrem Protest hatten sie keinen Erfolg.

Anwohner wollen Verminderung des Lärms

Wieder Proteste gegen den Fluglärm bei Segelfliegern

Königsdorf – Der Segelflugplatz sorgte in der Gemeinderatssitzung erneut für Diskussionen. Behandelt wurde ein Antrag von Anwohnern zur Verminderung des Lärms.

Das Thema ist nicht neu: Seit vielen Jahren ist die vom Segelflugplatz ausgehende Lärmbelastung ein Quell des Unmuts für die Anlieger. In ihrem Antrag forderten die vier Anwohner, dass sich die Gemeinde dafür einsetzt, dass Starts und Landungen für nicht platzansässige Motorflugzeuge weiterhin nicht zulässig sind. Außerdem soll die Anzahl der Schleppflugzeuge auf sechs Stück begrenzt bleiben und dem Betrieb von „selbststartenden Segelflugzeugen“ nicht zugestimmt werden. Auch wollen die Antragsteller, dass die Anzahl der Schleppstarts zugunsten von Windenstarts reduziert wird und dass für notwendige Schleppflüge die vorhandenen leiseren Flugzeuge vermehrt eingesetzt werden.

In der Sitzung wurden dazu die ausführlichen Stellungnahmen des Luftamtes Südbayern und der Haltergemeinschaft Segelflugzentrum verlesen. Das Luftamt stellte klar, dass die Wohnlage in Wiesen „problembehaftet“ sei, da für die Luftfahrzeuge „keine räumliche Änderung“ möglich sei. Eine Ausweichroute gibt es nicht. Insofern werde sich „die Konfliktlage nie umfänglich bereinigen lassen“.

In den Stellungnahmen zu den einzelnen Antragspunkten gab es letztlich keine neuen Erkenntnisse. Laut Luftamt ist die von Anwohnern befürchtete schleichende Umwandlung vom Segelflugplatz zum Flugplatz für den allgemeinen Motorflugbetrieb nicht möglich. Dies würde eine Neugenehmigung erforderlich machen. Was die geforderte Begrenzung auf sechs Schleppflugzeuge angeht, erklärte die Haltergemeinschaft, dass es seit 25 Jahren eine Vereinbarung mit der Gemeinde Königsdorf gibt, wonach sieben Schleppflugzeuge erlaubt sind. Zu dem Punkt, dass die Anzahl der Schleppstarts zugunsten von Windenstarts reduziert werden soll, erläutert das Luftamt, dass sich die Präferenz bereits eindeutig in Richtung Windenstarts verschoben habe.

Der Gemeinderat stellte in seinem Beschluss zunächst klar, dass die Zuständigkeit nicht bei der Gemeinde, sondern beim Luftamt liegt. Einstimmig beschlossen die Räte, keinen Antrag an das Luftamt zu stellen. Auch hinsichtlich der privatrechtlichen Einigung der Gemeinde mit der Haltergemeinschaft aus dem Jahr 1991 sah man keinen Handlungsbedarf. Zitiert wurde das Luftamt, wonach es nicht möglich ist, „sowohl einen grenzenlosen Flugbetrieb auf der einen Seite als auch ein absolutes Ruhebedürfnis auf der anderen Seite zu gewährleisten“.

Einer der Antragsteller war damit sichtlich unzufrieden. „Der Antrag war an die Gemeinde gerichtet, damit diese sich für die Belange der Bürger einsetzt. Es ging nicht darum, ob gesetzliche Vorgaben eingehalten sind“, schimpfte er. „Der Gemeinde ist offensichtlich wurscht, was passiert.“ Luise Seemayer (CSU) entgegnete, dass der Gemeinderat den Antrag sehr ernst genommen habe. Sie betonte aber, dass es sich beim Segelflugplatz um einen bestehenden Betrieb handle.

Josef Birzele (UBL) ergänzte, dass die Gemeinde nur über Dinge entscheiden könne, für die sie auch zuständig sei. Bürgermeister Anton Demmel fügte an, dass der Gemeinderat nach dem gesetzlichen Rahmen handeln müsse und nicht nach der „bürgerlichen Tränendrüse“. Es stehe Anwohnern und Haltergemeinschaft frei, sich zusammenzusetzen, um weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation zu eruieren.

von Yvonne Zuber

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