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Harmonischer Erstkontakt: Bei Kaffee und Kuchen kamen sich Königsdorfer und Flüchtlinge näher. Das „Café international“ soll wiederholt werden. 

Einheimische und Flüchtlinge schließen Bekanntschaft

Willkommen in Königsdorf

Königsdorf - Das "Café International" dient dem Zweck, dass sich Einheimische und Flüchtlinge kennen lernen. Beim ersten Mal im Pfarrsaal hat das schon ganz gut geklappt. 

Das erste „Café International“ des Helferkreises, das kürzlich im Pfarrsaal stattfand, war ein voller Erfolg. Zahlreiche Königsdorfer und Asylbewerber nutzten die Gelegenheit, sich in zwangloser Atmosphäre besser kennenzulernen. Die erste Kontaktaufnahme verlief sehr harmonisch und freundlich. Das fröhliche Stimmengewirr war schon von außen zu hören. Im Pfarrsaal saßen Königsdorfer Bürger, Mitglieder des Helferkreises und Asylbewerber an frühlingshaft dekorierten Tischen zusammen und unterhielten sich bei Kaffe, Tee und Kuchen. Die Kinder ließen sich Gebäck und Kakao schmecken, später ging es zum Spielen nach draußen.

36 der 45 Asylbewerber waren da

Das erste „Café International“ des Helferkreises war gut besucht. 36 der rund 45 Asylbewerber waren der Einladung zu der Veranstaltung gefolgt. Pfarrer Mario Friedl freute sich, „dass auch so viele interessierte Königsdorfer gekommen sind“. Birgit Stein vom Team „Café International“ erklärte: „Wir hoffen, dass man miteinander ins Gespräch kommt, und dass Verbindungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen geknüpft werden.“ Eine Hoffnung, die sich erfüllte. Zu den Kindern der Asylbewerber bestanden bereits Beziehungen über den Kindergarten, die Schule oder die Hausaufgabenbetreuung. Nun wolle man auch verstärkt mit den Erwachsenen in Kontakt kommen. „Wir haben zwölf Kuchenspenden erhalten“, berichtete Stein und zeigte auf das reichhaltige Kuchenangebot.

Man unterhielt sich auf deutsch - und mit Händen und Füßen

Die Unterhaltungen zwischen den Königsdorfern und Asylbewerbern wurden auf deutsch geführt, manchmal mit Hilfe von Zeichensprache oder englischen Worten. An einem Tisch am Fenster saß eine Familie aus Pakistan zusammen mit Einheimischen. „Wir haben uns beim Spazierengehen kennengelernt“, erzählt Walburga Länger, die nahe der Asylbewerber-Unterkunft am Sportplatz wohnt. „Das sind nette Leute, die Eltern wie die Kinder.“ Seit drei Monaten wohnt die Familie in der umfunktionierten Stockschützenhalle. Der Familienvater, Mian Saqib, spricht schon ganz gut deutsch. „Das habe ich in den drei Monaten gelernt“, erzählte er stolz. In Königsdorf gefällt es ihm „sehr, sehr gut“. An den anderen Tischen wurden die Flüchtlinge gefragt, woher sie kommen? Ob sie mit ihrer Familie da sind? Wie es ihnen in Deutschland gefällt? Und wie es mit dem Erlernen der deutschen Sprache läuft?

Das nächste Mal im Rathaussaal

Martina Woisetschläger hält das Café International für eine gute Sache. „Auf der Straße kann man nicht einfach jemanden ansprechen“, sagte sie. Es sei aber wichtig Gespräche zu führen, auch um die Schwellenangst zu mildern. „Integration kann nur funktionieren, wenn man aufeinander zugeht“, betonte sie. Das „Café International“ soll künftig einmal im Monat stattfinden, und zwar an unterschiedlichen Orten und Tagen, um möglichst vielen Königsdorfern die Gelegenheit zu Gesprächen mit den Neuankömmlingen zu geben. Das nächste „Café International“ findet am am Freitag, 22. April, von 15.30 bis 18 Uhr im Rathaussaal statt. Yvonne Zuber

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