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Pragmatisch, praktisch, gut: Königsdorfs neuer Bürgermeister Rainer Ko pnicky in seinem schlichten Büro. 

Mann zwischen Teamwork und Kopfkino

Zu Besuch bei  Königsdorfs neuem Rathauschef Rainer Kopnicky

  • vonPeter Borchers
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Seit zwei Monaten ist Rainer Kopnicky im Amt. Unsere Zeitung besuchte den Bürgermeister in seinem Büro.

Königsdorf– Was sofort auffällt, wenn man den neuen Bürgermeister besucht: Das Leichte und Lichte, das das 2014 fertiggestellte Königsdorfer Rathaus außen, auf den Fluren und im großen Sitzungssaal unter dem Dach auszeichnet, endet in den Büros im Erdgeschoss. Auch in dem von Rainer Kopnicky: Türen, Türstöcke und Möbelfronten sind in dunklem Holz gehalten, lassen das Zimmer konservativ wirken. Das Fenster ist zwar nach Süden ausgerichtet, doch das Nachbargebäude wenige Meter entfernt schluckt einiges an Licht. An einem trüben Wintertag könnte es also schummrig werden im neuen Reich.

Ob er persönlich dunkles Holz für die Einrichtung gewählt hätte? „Gute Frage“, sagt der 52-Jährige „darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.“ Kritisch mustert er das braune Furnier. In seinem bisherigen Büro, dem Liegenschaftsamt im Geretsrieder Rathaus, sei die Einrichtung hell gewesen, „insofern war es eine Umstellung“, räumt Kopnicky ein. „Aber im Endeffekt lege ich jetzt auch nicht so viel Wert auf diese Dinge.“ Nicht gewöhnt hat er sich bislang an die Türklinken. Die hängen behindertengerecht sehr tief. Der 1,83 Meter lange Schlacks, muss sich bücken, um die Tür zu öffnen. Generell sei Barrierefreiheit wichtig, betont er. „Aber man sollte auch die Verhältnismäßigkeit berücksichtigen. In den zwei Monaten, in denen ich jetzt hier bin, ist jedenfalls noch kein Rollstuhlfahrer in mein Büro gekommen.“

Kopnicky ist ein Pragmatiker. Rund um seine Schreibtischunterlage hat er alle notwendigen Büroutensilien drapiert. Hinter ihm ruhen ein Drucker und Ablagekörbe auf einem Sideboard – sowie eine Topfpflanze, die ihm Vorgänger Anton Demmel hinterließ. Einzige persönlich Note sind zwei Bilder, die die Ecke rechts hinter ihm schmücken: fensterseitig eine Darstellung des neuen Rathauses, gemalt von einem Königsdorfer mit dem Kürzel MA. Schräg gegenüber eine Szene, die auf einem – vielleicht mediterranen – Dorfplatz spielt. Das erste Bild stammt aus einem Nebenzimmer, das zweite gehört dem Rathauschef persönlich. „Ich hab’s mal gekauft, weil’s mir gefallen hat.“ Es hing schon im Geretsrieder Büro – wie auch einige Mannschaftsbilder des TSV Königsdorf, für den der 52-Jährige früher kickte und noch heute Tischtennis spielt. „Aber die sind gut 20 Jahre alt, die hänge ich hier nicht mehr auf.“ An der Wand links hinter seinem Schreibtisch möchte er noch eine Pinnwand platzieren – „für Termine und dergleichen“. Schmuckstück des Raums ist ihm gegenüber zweifellos ein historischer Bauernschrank – ebenfalls sehr dunkel, aber eine wunderbare Antiquität. Kopnicky hat ihn von Demmel übernommen. „Er stand auch schon im alten Rathaus.“

Von seinen Kollegen fühlt sich der neue Chef, der sich selbst als Teamplayer bezeichnet, bestens aufgenommen – wobei er ja nicht wirklich neu ist im Rathaus. Als Stellvertreter Demmels saß er mehrfach auf eben diesem Stuhl, wenn der Boss urlaubte. Bauamtsleiter André Murach und Kämmerin Beatrix Vierthaler kennt Kopnicky aus seiner Arbeit als Gemeinderat. Geschäftsleiter Andreas Baumann war auf der Realschule sogar mal einer seiner Klassenkameraden. Und Renate Trippner arbeitete bereits in der Königsdorfer Verwaltung, „als ich hier Ende der 1980er-Jahre noch gelernt habe“.

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Das Arbeitspensum eines Bürgermeisters ist Rainer Kopnicky ebenfalls nicht fremd – schon aufgrund seiner vielen Ehrenämter, weshalb er eher selten einen Abend auf der heimischen Couch verbringt. Corona-bedingt sind Abend- und Wochenendtermine aktuell zwar noch rar. Angst vor einem irgendwann wieder vollen Terminkalender hat er jedoch nicht. Dass er nun anders gefordert ist als früher, weiß er: „Die Verantwortung als Bürgermeister ist noch einmal eine ganz andere als Zweiter Vorsitzender des TSV Königsdorf oder – in Anführungszeichen – nur als Mitarbeiter.“ Kopnicky hinterfragt sich nach einer Entscheidung immer, „ob ich mich persönlich richtig verhalten habe und auch inhaltlich alles passt“. Nicht selten öffnet das Kopfkino ausgerechnet zur Schlafenszeit. „Und dann wird die Nacht auch mal unruhig.“

peb

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