Wer zieht im Jahr 2014 ins Geretsrieder Rathaus ein? Diese Frage wird in den Parteien bereits diskutiert. Als mögliche Nachfolger für die amtierende Bürgermeisterin Cornelia Irmer sind einige Namen im Gespräch. Fotos: archiv

Kommunalwahl 2014: Das Kandidaten-Karussell dreht sich

Geretsried - Keiner will jetzt schon die Katze aus dem Sack lassen, aber hinter den Kulissen laufen bei allen Parteien Diskussionen über geeignete Bürgermeister-Kandidaten.

Bei der Bürgermeisterwahl im Frühjahr 2014 werden die Karten ganz neu gemischt. Zum ersten Mal seit 1986 wird kein amtierender Bürgermeister unter den Kandidaten sein. Cornelia Irmer (parteifrei) hat angekündigt, 2014 nach zehn Jahren im Amt definitiv nicht mehr anzutreten. Verständlich also, dass alle Parteien und Gruppierungen die Chance nutzen wollen, das künftige Stadtoberhaupt zu stellen.

Einen „Wunschkandidaten“, so Stadtrat Volker Witte, hätten diesmal auch die Grünen. Sie schickten zuletzt 1986 mit Nikolaus Benz (3,37 Prozent) einen Bewerber ins Rennen. Der „Wunschkandidat“, den Witte nicht namentlich benennt, ist der Partei erst vor einem Jahr beigetreten. Es ist der TuS-Vorsitzende und Stadtleitbild-Projektleiter Stephan Heinle. Doch der 46-Jährige, von Beruf Unternehmensberater, macht auf Nachfrage deutlich: „Ich stehe nicht zur Debatte.“ Die Grünen werden laut Witte nach den Sommerferien in einer nicht öffentlichen Versammlung über die Nominierung eines Kandidaten beraten.

Ende September will die CSU bei ihrer Orts-Hauptversammlung die Weichen stellen. Nach Auskunft von Ortschef Ewald Kailberth wird es eine „Vor-Nominierung“ geben. Das heißt, die Vorstandschaft wird einen Kandidaten oder eine Kandidatin, wie Kailberth jedes Mal im Gespräch mit unserer Zeitung betont, vorschlagen. Weitere Anwärter können sich melden. Die Mitglieder werden dann aus dieser Auswahl einen Mann oder eine Frau in geheimer Wahl bestimmen. Als Favoriten gehandelt werden Sabine Gus-Mayer, Michael Müller und Wolfgang Möckel.

Robert Lug, Fraktionssprecher der Freien Wähler und Dritter Bürgermeister, will sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen, sagt weder Ja noch Nein zu einer Kandidatur. „Es reicht völlig, wenn der Wahlkampf im kommenden Frühjahr, ein Jahr vor der Wahl beginnt“, findet der Diplom-Betriebswirt (48), der als Cornelia Irmers „Kronprinz“ gilt. Die Freien Wähler werden nach Auskunft der Ortsvorsitzenden Ellen Lutze im September in Klausur gehen, um sich auf die Kommunalwahl vorzubereiten. Dabei soll auch über einen Bürgermeister-Kandidaten gesprochen werden.

In der SPD besteht laut dem Ortsvorsitzenden Wolfgang Werner der Wille, einen Kandidaten aufzustellen. Der Finanzbeamte (37) selbst stehe „eher nicht zur Verfügung“, sagt er. „Ich habe noch andere Lebensziele. 2014 ist mir zu früh. 2020 käme mir gelegener.“ Werner will sich „nicht vordrängen, wenn es andere gibt“. Das könnten in seinen Augen die Stadträte Kerstin Halba oder Hans Hopfner sein.

In den nächsten Stadtrat möchte die Linke auf alle Fälle, wie Ortssprecher Lutz Hänsel sagt. Ob sie auch einen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen schicke, wisse die Ortsgruppe noch nicht. Hänsel: „Das hängt von unserer Kapazität ab. Vorstellbar ist, dass wir einen Bewerber unterstützen, der unsere sozialen und ökologischen Ziele mitträgt.“

(tal)

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