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Corona zum Trotz: Florian Sperl (CSU, re.) gratulierte seinem Gegenkandidaten Hubert Oberhauser (Freie Wähler) mit Handschlag.

Zwei Drittel der Eglinger waren Briefwähler

Kommunalwahl 2020: Oberhauser im Amt bestätigt

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Einen relativ klaren Sieg fuhr Hubert Oberhauser von den Freien Wählern bei der Kommunalwahl ein. Damit bleibt er Bürgermeister von Egling.

Egling – Es war 19.10 Uhr am Sonntagabend, als Wahlleiterin Daniela Simon das Trauungszimmer des Rathauses betrat. Nein, diesmal ging es nicht darum, dass zwei den Bund fürs Leben schließen. Sondern schlicht darum, wer die Gemeinde in den nächsten sechs Jahren führt. Das Ergebnis, das sie unter den beiden alten Lüstern verkündete: Hubert Oberhauser (Freie Wähler) bleibt im Amt. Er holte 65,3 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer Florian Sperl (CSU) landete bei 34,7 Prozent. Dieser erwies sich als guter Verlierer und gratulierte Oberhauser umgehend zu dessen relativ klarem Sieg.

Corona zum Trotz gibt es ein Händeschütteln

So groß die Spannung auch gewesen ist: Die Wahl rückte beinahe in den Hintergrund, als zwischen 18 und 19 Uhr die Kandidaten mit ihren Familien sowie Zweiter Bürgermeister Josef Bail (Vereinigte Bürgerschaft) und Paul Miller (Freie Wähler und Vorstand der Wendlstoana Thanning) sich im Rathaus die Ergebnisse aus erster Hand holen wollten. Eher ging es um die Frage, ob man sich angesichts von Corona die Hand geben sollte? Hubert Oberhauser hob zum Gruß nur die Hände, als er die Treppe nach oben kam. „Man soll es ja nicht“, sagte er entschuldigend. Oder ob die Gemeinderatssitzung in zwei Wochen wird stattfinden können. Oder was in den nächsten Tagen noch alles auf die Bürger zukommt und welche Kosten eventuell an der Gemeinde hängen bleiben? Der alte und neue Rathauschef sagte übrigens seine Wahlparty im gleichnamigen Gasthaus neben an an. Sperl feierte im Gasthaus Hansch schon, wobei er jedem freistellte, ob er kommen will. Corona zum Trotz drückten sich beide dann doch die Hand. Die Emotion war dann doch größer als die aktuellen Hygieneregeln.

Wahlbeteiligung liegt bei 68 Prozent

Simon präsentierte darüber hinaus noch mehr an Zahlen. So erfuhr die Runde, dass von den 4397 stimmberechtigten Eglingern genau 2999 ihr Kreuz gemacht haben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 68 Prozent – ganz ähnlich wie vor sechs Jahren. Der Anteil der Briefwähler war heuer mit 2020 ziemlich hoch. Grob über den Daumen gepeilt: Zwei Drittel der Eglinger hatten sich zur Briefwahl entschieden, nur ein Drittel machte sich am Sonntag ganz konservativ auf den Weg in eins der sieben Wahlurnenlokale in den Altgemeinden. Was die beiden Kandidaten angeht, präzisierte Simon das Ergebnis noch ein wenig. Auf den Amtsinhaber entfielen 1935 Stimmen, auf den jungen Herausforderer 1027. Das entspricht im Falle Oberhausers 65,33 und im Falle Sperls 34,67 Prozent der Stimmen, wenn man es bis auf das Hundertstel genau sagen möchte. „Wir haben Sie also weitere sechs Jahre“, sagte die Geschäftsleiterin zu ihrem Chef. „Das beruht ganz auf Gegenseitigkeit“, gab dieser schlagfertig zurück.

Herausforderer vom Ergebnis ernüchtert

Florian Sperl schien von dem Ergebnis ein wenig ernüchtert. Um sich in Egling bekannt zu machen, hatte er einen großen Aufwand getrieben, 78 Termine wahrgenommen, war von Tür zu Tür gegangen und hatte sich zudem in den sozialen Medien präsent gezeigt. „Ich wollte über 50 Prozent, schade, dass es nicht geklappt hat“, sagte er. Doch das Votum des Wählers sei zu respektieren. Hubert Oberhauser freute sich über die klare Bestätigung seiner Arbeit und richtete zugleich den Blick nach vorne: „Auf uns wartet extrem viel Arbeit.“ Langfristig, mittelfristig und auch kurzfristig – wegen Corona.

vu

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