Kontrolle ist besser

Egling - Die Gemeinde Egling erwägt, der Kommunalen Verkehrsüberwachung beizutreten.

Wer soll in Egling künftig Temposünder blitzen? Diese Frage diskutierte der Gemeinderat am Dienstagabend. Bislang übernimmt die Wolfratshauser Polizeiinspektion diese Aufgabe sowohl inner- als auch außerorts. Viele Bürger wünschen sich laut Bürgermeister Hans Sappl aber eine Intensivierung der Kontrollen. Das kann die Polizei laut Hauptkommissar Toni Lechner aber aus Kapazitätsgründen nicht leisten. Die Lösung: Egling könnte der Kommunalen Verkehrsüberwachung (KVÜ) beitreten.

„Eine sinnvolle Überwachung kann recht teuer werden“, warnte Bürgermeister Hans Sappl. „Viele Gemeinden nehmen nicht genug Gebühren ein, so dass sie effektiv draufzahlen.“ Bei meheren Messstellen und einer „sinnvollen Überwachungsintensität an jeder Stelle mit zwei Stunden pro Woche“ käme schnell ein fünfstelliger Betrag zustande. Die Gemeinde würde sich laut Sappl mindestens zwei Jahre lang an den Verbund binden.

Für den Einstieg spricht laut Georg Fischhaber vom Sachgebiet Verkehr im Landratsamt, dass nur „knallharte Kontrollen dazu beitragen, dass langsamer gefahren wird. Wenn es nicht weh tut, halten sich Unbelehrbare nicht an die Regeln. Das ist meine Erfahrung.“

Neben den hohen Kosten würde die neu organisierte Verkehrsüberwachung allerdings einen erhöhten Verwaltungsaufwand bedeuten, erklärte Lechner. Denn: „Die Ermittlungsarbeiten muss Egling dann selbst machen.“ Würde beispielsweise ein Eglinger in Hamburg oder Köln geblitzt werden, schlägt die Akte im Rathaus auf. Nicht die Polizei, sondern ein Mitarbeiter müsste dann überprüfen, ob der fotografierte Fahrer mit dem Halter übereinstimmt. Und das kann dauern. Lechner: „Verkehrsüberwachung bedeutet nicht, dass da nur ein Auto hinfährt, blitzt und der Rest erledigt sich von allein. Das ist Verwaltungsarbeit.“

In der anschließenden Diskussion waren sich die Gemeinderäte einig, nicht kurzfristig über einen Beitritt zur Kommunalen Verkehrsüberwachung zu entscheiden. „Wir haben da keine Eile“, sagte Heiko Arndt. Josef Bail empfahl, dass „der neue Gemeinderat die Entscheidung treffen soll“. Bis dahin soll die Polizei nach dem Wunsch von Rathauschef Sappl vermehrt in Deining und der Mooshamer Straße in Egling die Radarpistole ziehen. Dort hätten Anwohner zuletzt sehr häufig über deutliche Geschwindigkeitsüberschreitungen geklagt. (dor)

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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