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Geg en dichte Rauchentwicklung hatten die Feuerwehren bei einer Übung in Eurasburg zu kämpfen. 

Koordinierter Atemschutz

Eurasburger Feuerwehr: Neues System für Großübung

Dichter Rauch dringt aus einem brennenden Bauernhaus. Vier Menschen werden vermisst, vermutlich befinden sie sich noch in dem Anwesen. Nun sind die Spezialisten gefragt, die sich, mit Atemschutzgeräten ausgestattet, durch alle Zimmer und Stockwerke des verwinkelten, weitläufigen Gebäudes vortasten, um die Vermissten zu bergen.

Eurasburg – Dieses Szenario fanden die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Eurasburg, Beuerberg, Herrnhausen und Degerndorf am Freitagabend bei einer Großübung an einem Abbruchhaus mitten in Eurasburg vor. Ein Schwerpunkt lag bei der Übung auf der sogenannten Atemschutzsammelstelle. „Bei einem Großbrand, wo Feuerwehren aus mehreren Orten zusammenkommen, ist es besonders wichtig, die Atemschutztrupps zu koordinieren“, sagt der Eurasburger Kommandant Dirk Winterhalter. Einerseits, weil der Sauerstoffvorrat, den die Einsatzkräfte mit sich tragen, begrenzt ist, und deshalb die Trupps nacheinander eingesetzt werden. Zum anderen müssen die Atemschutzkräfte je nach Bedarf auf die Einheiten, die den Brand von mehreren Seiten rund ums Gelände bekämpfen, verteilt werden.

Eurasburger Modell als Grundstock

„Es gibt dafür kein standardisiertes Vorgehen, jeder Landkreis macht sein eigenes System“, erläutert Kreisbrandmeister Georg Dürr. Ziel sei, den Einsatz irgendwann zu vereinheitlichen. Und dafür biete das Eurasburger Modell einen guten Grundstock. In Eurasburg hat man die „Atemschutzsammelstelle“ geschaffen, die im vergangenen Jahr bei einer Übung am Sportheim („Glaspalast“) erstmals getestet wurde. „Früher hat man quasi auf Zuruf reagiert, wir wollen es konzeptionell angehen“, sagt Winterhalter.

Kreisbrandmeister Pawliczek zieht Bilanz

In einer nahegelegenen Garage kommen alle Atemschutzkräfte der nach und nach eintreffenden Feuerwehren zusammen. Dort werden die jeweils aus zwei Personen bestehenden Trupps registriert und gezielt zum Einsatzort delegiert, wo sie vor Betreten des brennenden Gebäudes noch mal in einer Liste eingetragen werden. Nach einer Stunde wissen alle Beteiligten: Es hat alles bestens funktioniert. „Es lief sehr geordnet und sehr diszipliniert. Das ist wichtig an so großen Einsatzstellen. Und das System ist erweiterbar für noch ausgedehntere Gebäudeanlagen“, bilanzierte Kreisbrandmeister Armin Pawliczek, der im Kreis für den Fachbereich Atemschutz verantwortlich ist.

Winterhalter: „Es hat alles wunderbar funktioniert“

Auch Dirk Winterhalter war rundum zufrieden. „Es hat alles wunderbar funktioniert. Für die Feuerwehr aus Degerndorf war das heute neu, aber sie haben sich gleich zurechtgefunden“, sagt der Eurasburger Kommandant. Er sieht sein Konzept bestätigt.

Von Rudi Stallein

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