Sport am Schulzentrum

Kreis bringt neue Hallen-Variante ins Spiel

Geretsried/Bad Tölz – Die Idee ist ebenso überraschend wie logisch – und könnte die Debatte über den Turnhallenbau am Geretsrieder Schulzentrum auf den Kopf stellen: Landrat Josef Niedermaier schlägt vor, dass nicht Landkreis und Stadt gemeinsam, sondern Geretsried allein die neue Halle errichtet.

Eine neue Turnhalle fürs Schulzentrum: Lange schon wird sie in Geretsried dringend ersehnt – und mit dem Beschluss des Landkreises, nach etlichen Verschiebungen die Planung und den Bau bis 2017 über die Bühne zu bringen, rückte sie zuletzt in greifbare Nähe. Das gängige Denkmodell war dabei stets: Der Landkreis baut die Halle für seine Schulen – also Gymnasium und Realschule – und erhält dafür entsprechende staatliche Fördermittel. Die Stadt Geretsried dagegen übernimmt Zusatzkosten, die für die Nutzbarkeit der Halle für Vereinssport und Veranstaltungen entstehen, etwa eine große, ausziehbare Zuschauertribüne.

In der Sitzung des Schulausschusses des Landkreises am Montagnachmittag überraschte Landrat Josef Niedermaier die Mitglieder mit einer neuen Variante: Statt selbst eine Halle zu bauen, kauft der Landkreis der Stadt Geretsried die bestehende Dreifach-Turnhalle der Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße ab. Das hätte zur Folge, dass nun die Kommune einen Fehlbedarf an Turnhallen-Einheiten für ihre Mittelschule geltend machen könnte – und somit selbst Anspruch auf staatliche Fördergelder hätte. „Unterm Strich ist das die Lösung, die man andenken sollte“, sagte Niedermaier. Als alleinige Bauherrin könne die Stadt Geretsried „ihre eigenen Interessen dort viel besser verwirklichen und Synergien nutzen“.

Als weiteren Vorteil nannte der Landrat eine „Entflechtung“: „Es wäre dann klar getrennt, wem welche Halle gehört und wer in Zukunft für Bewirtschaftungskosten und Bauunterhalt zuständig ist.“ Dass die Mittelschul-Sporthalle in marodem Zustand sei, sei nichts weiter als ein „übles Gerücht“. Niedermaier: „Investitionsbedarf und Unterhaltskosten wird es natürlich geben.“ Im Vergleich zu einem Neubau „wird es auf 30 Jahre für den Landkreis aber keinen Unterschied machen“. Ein genauer Kostenvergleich beider Modelle steht freilich noch aus. Architekt Manfred Drescher hatte dem Schulausschuss zuvor ausführlich etliche Kostenvarianten für den Neubau erläutert. Ein Beispiel: Für eine Dreifachturnhalle müssten mindestens 5,3 Millionen Euro veranschlagt werden.

Der Geretsrieder Kreisrat Robert Lug (Freie Wähler) nannte Niedermaiers Idee im Ausschuss spontan „bestechend“, verwies aber auf viele offene Fragen: „Ich kenne zum Beispiel nicht die Meinung der Schulleiter dazu.“ Auch hatte er Zweifel, ob die Stadt als Bauherr das Projekt nach dem jetzigen Zeitplan umsetzen könnte. Der neue Ansatz jedenfalls „verändert alles komplett“, so Lug.

Von Andreas Steppan

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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