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Humoriger Bayer: Autor Dinesh Bauer.

Krimi-Lesung

Autor Dinesh Bauer: „Ein Kopfschuss – keine schöne Sache“

Geretsried – Im Bücherladen Ulbrich in Geretsried leuchtete das Licht einladend aus den Schaufenstern. Die Gäste wurden mit einem Gläschen Sekt empfangen. Drinnen war jeder Freiraum dicht bestuhlt, und die ersten Zuschauer warteten schon gespannt auf den Beginn der Krimilesung des Wolfratshauser Autors Dinesh Bauer. Die erste Autorenlesung dieser Art im Buchhandel Ulbrich am Karl-Lederer-Platz war ein Erfolg. Es soll auch nicht die Letzte gewesen sein, kündigten die Veranstalter an.

Gemütlich, humorig, herzig

Hans Peter Dinesh Bauer, so sein voller Name, ist ein Typ der Marke: gemütlicher Bayer, humorig, herzlich. „Nehmt’s Platz. Das freut mich aber, dass so viele gekommen sind“, sagte er und erzählte ein bisschen von sich, ehe er zum Buch griff. Seit zehn Jahren übt sich der in Wolfratshausen geborene Journalist im Schreiben von Büchern. „Des war zuerst ois nix“, gesteht er allürenfrei und ungeniert. Erst mit seinen Alpenkrimis, die er selbst als „pointierte Schelmengeschichten“ bezeichnet, kam der Erfolg. Darin geht es um humorigen Lokalkolorit und ein paar gemütliche Protagonisten, die sich „um alles herumdrücken“ statt sachdienlich Morde aufzuklären.

Ähnlichkeiten mit dem Tölzer Land sind nicht ausgeschlossen

Hauptdarsteller in Bauers Alpenkrimi ist der behäbige Dorfbulle Schorsch Wammetsberger, ein Beamter auf Lebenszeit, so ein vermeintlich „harter Hund“, der das Herz am rechten Fleck hat und den „Stoff aus dem die Bäuche sind“, sprich, die Leberkässemmel, nicht verschmäht. Zweitwichtigster Ermittler ist Kollege Harthofer, vom Dienstrang Kriminalobermeister, der „Depp vom Dienst“ sozusagen. Schon Bauers erster Fall „Toter Winkel“ war eine Liebeserklärung an seine Heimat, das Oberland. Auch im zweiten Fall seien die Handlung, Personen und Orte frei erfunden, doch Ähnlichkeiten mit dem Tölzer Land nicht ausgeschlossen, erklärte Bauer vorweg.

„Bayerisches Roulette“ als Anti-Terror-Übung im Grenzgau

In „Bayerisches Roulette“ geht es um eine Anti-Terror-Übung im sogenannten Grenzgau. Dort haben sich wichtige Honoratioren versammelt. Auch Schorsch Wammetsberger macht sich auf den Weg dort hin. Doch auf halber Strecke kommt ihm eine Leiche in die Quere. „Ein Kopfschuss – keine schöne Sache“. Es stellt sich heraus, dass es sich um ein zwielichtiges Mitglied der Wilderer-Bruderschaft dreht.

Wer gut aufgepasst hat, bekam einen Josefi-Bock

Dinesh Bauer schlüpfte bei seiner Lesung sprachlich sehr schön in die einzelnen Rollen der Protagonisten und malte mit seinem bayerischen Slang den Tölzer Lokalkolorit herrlich humorig nach. In der Pause ließ er seine Publikumsgäste im Ratespiel noch einmal die Handlung Revue passieren. Wer gut aufgepasst hatte, der bekam einen Josefi-Bock, ehe es mit den Ermittlungen von Wammetsberger und seinem Kollegen Hartlhofer im zweiten Teil unkonventionell weiterging.

Von Andrea Weber

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