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Rauchzeichen an der Isar wird es in Zukunft auch nur in Wolkenform geben. Eine Legalisierung von Lagerfeuern ist laut Landratsamt viel zu gefährlich.

Isarauen

Lagerfeuer bleiben verboten

Geretsried - Immer wieder entdecken Isarranger provisorische Lagerfeuerstellen und kleine Grillplätze am Isarufer. Das Abbrennen von Feuern ist dort allerdings verboten. Mehrere Schilder an den Zugangswegen zu den Isarauen weisen darauf hin.

Bei einer Zukunftswerkstatt des Geretsrieder Trägervereins Jugendarbeit forderten Jugendliche die teilweise Legalisierung von Lagerfeuern. „Wenn es einen räumlich begrenzten, kontrollierten Bereich gäbe, wäre das nicht so gefährlich. Und man würde nichts Verbotenes mehr tun“, erklärten sie. Sie verwiesen auf öffentliche Feuerstellen am Starnberger See, bei denen die Partys „recht vernünftig“ ablaufen würden.

Das Landratsamt erteilt dem Vorschlag auf Nachfrage unserer Zeitung allerdings eine deutliche Absage. „Das ist viel zu gefährlich“, erklärt Peter Schöfmann, Ansprechpartner für Isarranger im Sachgebiet Umwelt. Er verweist auf die zahlreichen Waldbrände, die sich regelmäßig in den Isarauen ausbreiten. Auf Höhe des Isardamms brannte es beispielsweise Ende Juli im vergangenen Jahr. 2012 musste die Feuerwehr mehrfach zwischen Geretsried und Waldram Brände bekämpfen. „Im näheren Umkreis waren mehrere ältere Feuerstellen“, berichtete Polizeioberkommissar Toni Lechner damals.

Weil der Abstand vom Ufer zum Wald auf Höhe von Geretsried überall weniger als 100 Meter betrage, ist eine Genehmigung von Feuern laut Schöfmann schon aus waldrechtlicher Sicht nicht möglich. Zudem sei der Lauf der Isar von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Feste Plätze könnten somit „gar nicht eingerichtet werden, weil sie in der nächsten Saison vielleicht schon unter Wasser stehen“. Die Feuerstellen am Starnberger See bewertet Schöfmann mehr als Fluch denn als Segen. „Sobald es offiziell wird, hat man eine enorme Nachfrage und kaum mehr eine Kontrollmöglichkeit.“ Wegen ausufernder Partys müsse die Polizei regelmäßig zum Westufer des Sees ausrücken. Zudem würden sich dort die Müllberge häufen. Schöfmann: „Ist die Party richtig im Gang, werden dort auch Campingstühle und Plastik verbrannt. Das ufert zu sehr aus.“

Vereinzelte Feuerstellen am Isarlauf in Schäftlarn würden seines Wissens dagegen weniger Probleme bereiten. Das begründet der Landratsamts-Angestellte mit einer guten Einsehbarkeit des Areals. Der Mitarbeiter des Landratsamts: „In Geretsried muss man erst durch die Pampa, ehe man an die Isar kommt. Da ist eine Kontrolle nahezu unmöglich.“

von Sebastian Dorn

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