Kaum noch eine S-Bahn fährt in München - Das sind die Ausweichmöglichkeiten

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Nahverkehr, Geburtshilfe und Hallenbad: 20 Mitglieder und Gäste der Freien Wähler diskutierten mit Landrat Josef Niedermaier im Gasthof Geiger.  

Stammtisch der Freien Wähler

Landrat: „Der gesamte Landkreis muss in den MVV-Tarif“

Wenn möglich erweist Landrat Josef Niedermaier den Geretsrieder Freien Wählern einmal im Jahr die Ehre, zu ihrem Stammtisch zu kommen. Am Donnerstagabend brachte er viel Zeit mit, um im Gasthaus Geiger mit rund 20 Mitgliedern und Gästen über die aktuelle Politik zu diskutieren.

Geretsried – Das wichtigste Zukunftsthema stellt für Geretsried – und auch den Landkreis, so Niedermaier – die S7-Verlängerung dar. FW-Mitglied Jennifer Kübler wollte vom Landrat wissen, was sie denn den Skeptikern antworten solle, die sagten, die S-Bahn komme nie. „Entschieden widersprechen“, riet Niedermaier. Es müsse schon „was ganz Großes passieren“, um den Ausbau noch zu stoppen. Die Deutsche Bahn habe bereits Millionen Euro in die Planung gesteckt. Bei der Auslegung der Pläne würden sicher etliche Einwendungen von Grundstückseigentümern und anderen Betroffenen kommen. Doch Gemeinwohl gehe vor Einzelwohl. Im Notfall müssten zum Beispiel Geltinger Landwirte enteignet werden, sagte Niedermaier.

Er sprach sich generell für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs aus und kündigte an, bei Ministerpräsident Markus Söder einen erneuten Vorstoß auf ein einheitliches Tarifsystem zu unternehmen. „Der gesamte Landkreis muss in den MVV-Tarif“, fordert Niedermaier. Optimal wäre es, die Nachbarlandkreise würden ebenfalls einbezogen. Der Freie Wähler steht hinter dem Antrag der Grünen, mehr Busverbindungen zwischen den Städten zu finanzieren: „Wir brauchen mehr Busse, auch am Wochenende. Nicht nur wegen des Ausflugsverkehrs, sondern auch weil sich Arbeitszeiten zunehmend flexibilisieren.“

Die Entscheidung des Kreistags, die Geburtshilfestation an der Tölzer Asklepios-Klinik zu schließen und dafür die Station an der Kreisklinik in Wolfratshausen auszubauen, nannte der Ehrengast die „bestmögliche Lösung“. Wie berichtet übernimmt das Klinikum Starnberg ab 1. Juli die Geburtshilfe in Wolfratshausen. Auf der Station soll es ab dann auch eine kinderärztliche Versorgung geben. Niedermaier hofft, dass dadurch wieder mehr Mütter in der Loisachstadt entbinden. Zuletzt hätten von 1200 werdenden Müttern im Landkreis 550 ihre Babys in den Krankenhäusern in Starnberg und Garmisch-Partenkirchen zur Welt gebracht. „Die Zusammenarbeit mit Starnberg wird den Landkreis voranbringen“, hofft der Landrat.

Vorangehen muss es seiner Meinung nach auch mit dem Wohnungsbau. Auf die Frage von Jennifer Kübler, was mit dem alten Hallenbad passiere, wenn das neue gebaut sei, meinte Niedermaier vorsichtig, das Grundstück wäre doch ein guter Standort für Wohnungen. Der Freie-Wähler-Fraktionssprecher des Stadtrats, Robert Lug, erteilte dem eine Absage. Das Areal sei für einen Fußballplatz oder eine ähnliche „Nutzung für die Allgemeinheit“ vorgesehen. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

Dass neben dem neuen Bad nach dem Willen des Stadtrats ein Parkdeck entstehen soll, begrüßen Lug und sein Stadtratskollege Lorenz Weidinger. Die Entscheidung dazu sei so plötzlich gefallen, weil sich die Parkplatzsituation rund um das Schulzentrum durch den Wegfall mehrerer Parkplätze zugespitzt habe. Plätze fehlen aufgrund des Interimsbaus am Gymnasium und des Blockheizkraftwerks vor der Mittelschul-Turnhalle. Lug: „Wir duften die Chance nicht verstreichen lassen, in einem Parkdeck bis zu 240 Autos unterzubringen.“ Weidinger ergänzte, die Alternative wäre gewesen, noch mehr Wald für Parkflächen zu roden. 

Tanja Lühr

Lesen Sie auch: „Interkommunales Hallenbad bekommt Parkdeck für 2,9 Millionen Euro“

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