„Going Home“: Michaela Voigt und Gitarrist Matthias Haupt stellten in Münsing ihr neues Album vor. Foto: sh

Leben bis zur letzten Kurve

Münsing - Der Musikproduzent Christoph Bühring-Uhle hat sein neues Konzept „Eintritt frei“ in der Tenne gestartet. Mit dabei: Das Trio „No Snakes In Heaven“.

Eine Reise erweitert den Horizont und bringt neue Ideen. So war es auch bei dem Münsinger Musikproduzenten Christoph Bühring-Uhle, der mit dem Bluesgitarristen Schorsch Hampel im Mai durch die USA getourt ist. Dort zahlt man in vielen Clubs keinen Eintritt, sondern gibt Geld, wenn die Band gefällt. Bühring-Uhle gefiel das Konzept so gut, dass er nun selbst in die Tenne zu einem Konzert ohne Eintritt einlud. Engagiert hatte er dafür das Trio „No Snakes In Heaven“, deren neues Album „Going Home“ am 16. August bei Bühring-Uhles Plattenlabel BSC Music erscheint.

Wegen der Hitze in dem historischen Gebäude war das Konzert nach draußen verlegt worden. Doch als es losgehen sollte, begann es zu stürmen und dunkle Wolken zogen auf. So stand Sängerin und Frontfrau Michaela Voigt mit wehenden Haaren und flatterndem Rock im Wind und sang passend zum drohenden Unwetter den Song „Underwater“ von ihrem gleichnamigen Album. „Regnet’s schon?“, fragte Voigt mit bangem Blick zum Himmel. Als schließlich Donnergrollen zu hören war, dirigierte Bühring-Uhle die rund 50 Zuhörer mit ihren Stühlen für den Rest des Konzerts ins Innere der Tenne.

Voigts Lieder erzählen von ihrem Leben, genauso wie von den Eindrücken, die sie gesammelt hat, während sie in der Fremde unterwegs war. „Dublin Day“ etwa ist ein Song, der an einem Sonntag in einem Café in Dublin entstanden ist. „Travel On“ hingegen erzählt davon, dass das Leben eine lange Reise ist und immer weiter geht, bis die letzte Kurve erreicht ist. Entstanden sind ihre mittlerweile drei Alben bei Voigt zu Hause. Immer mit dabei und auf der Bühne unverzichtbar sind die Barock-Cellistin Melanie Kraus und der Gitarrist Matthias Haupt.

Wenn Bühring-Uhle für das Konzert Eintritt verlangt hätte, wäre jeder Cent gut investiert gewesen. Der Musikproduzent hofft, mit dem neuen Konzept „Eintritt frei“ mehr Leute dafür begeistern zu können, sich auch mal No-Name-Bands anzuhören. (njd)

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