Gedenken auf Stoffbahnen: Schüler, Lehrer und Besucher ließen sich die Biographien ehemaliger KZ-Häftlinge vorstellen. Foto: Hermsdorf

Lebens- und Überlebensgeschichten

Wolfratshausen - Den Opfern ihre Würde zurückgeben: Das will die Ausstellung „Namen statt Nummern“, die 22 Biographien ehemaliger Häftlinge des KZ Dachau beleuchtet.

Sie wurde am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) im Kolleg und Gymnasium St. Matthias eröffnet.

Am 27. Januar wurde Auschwitz befreit, die Häftlinge des KZ Dachau mussten noch bis 29. April warten – dann wurden auch sie gerettet, durch US-Soldaten. 22 der ehemaligen Gefangenen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die aus dem Projekt „Dachauer Gedächtnisbuch“ hervorgegangen ist. Aus den über 100 Biographien werden exemplarisch 22 vorgestellt. Und damit die Lebensgeschichten auch wirklich lebendig werden, hatte Geschichtslehrerin Inge Schmidt den Schülern der Klasse 10 aufgetragen, die Menschen hinter den Nummern vorzustellen.

So war bei der Ausstellungseröffnung von Ernst Feldern (1914-2007) zu hören, der den Wahnsinn im KZ nur überlebt, weil er Maurer ist – diese Arbeitskraft wollen die Nationalsozialisten nicht unnötig vergeuden. Erzählt wurde auch von Friedrich Puchta, einem SPDler, der beim Todesmarsch vom KZ Dachau nach Bad Tölz dabei ist. Er wird noch im Tölzer Krankenhaus verarztet, stirbt dort aber dennoch am 17. Mai 1945. Puchtas Notiz zu einem früheren Zeitpunkt: „Es kann sein, dass wir unser Leben hinwerfen müssen in der Verteidigung unserer Freiheit. Und wir sind zum Letzten und Äußersten entschlossen.“

Die Ausstellung „Namen statt Nummern – Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ ist bis 12. Februar im Gymnasium und Kolleg St. Matthias zu sehen (Eingang Bettinger Straße 2). Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 9 bis 17 Uhr, Donnerstag 9 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 17 Uhr und Samstag 8 bis 12 Uhr. (gan)

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