BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet
Auch in die Rolle eines Blinden schlüpften die Volksschüler am Freitag. Foto: hermsdorf

Lebensqualität mit Verständnis verbessern

Wolfratshausen - Wie fühlt es sich an, im Rollstuhl zu sitzen, blind zu sein oder nicht richtig greifen zu können? Diese spannenden Erfahrungen machten die Kinder der Hammerschmied-Volksschule am Freitag.

Michi trägt zwei Handschuhe, deren Fingerspitzen ineinander verknotet sind. Derart gehandicapt soll der Zwölfjährige einen Apfel schälen. Es gelingt ihm, wenn auch mit Mühe. Nach fünf Minuten präsentiert er stolz das Resultat. „Siehst Du, genauso geht es uns greifbehinderten Menschen. Wenn wir einen Apfelkuchen backen wollen, und unsere Betreuer legen uns das geschälte und geschnittene Obst hin, macht uns das längst nicht so selbstbewusst, wie wenn wir alle Vorbereitungen selber treffen können“, erklärt Anita Donaubauer. Sie ist die Vorsitzende des Münchner Vereins „Gemeinsam Mensch“, dem etwa 30 Schwerstbehinderte und ebenso viele nicht Behinderte angehören. Im Rahmen des Projekts „Perspektivwechsel“ statteten vier Behinderte und deren Betreuer der Hammerschmied-Schule am Freitag einen Besuch ab.

Lehrerin Christiane Hüfner-Franz begleitete die teilnehmenden Klassen, zwei sechste und eine siebte, durch den Vormittag. Die Lebensqualität Behinderter werde entscheidend vom sozialen Verhalten ihrer Mitmenschen ihnen gegenüber geprägt, sagt die Rollstuhlfahrerin Donaubauer. Regelmäßig komme ihr Verein deshalb an Schulen in ganz Oberbayern. Die Kinder dürfen den Besuchern Fragen stellen und sich in deren Situation versetzen.

Ernste Gesichter sieht man in der Gesprächsrunde. Seppi (31) leidet an infantiler Zerebralparese. Von Geburt an sitzt der Spastiker im Rollstuhl. Nur zögerlich stellen die Schüler ihm Fragen. Sie haben gelernt, dabei vor Seppi in die Hocke gehen, damit sie ihm „auf Augenhöhe“ begegnen. Sie lassen ihm Zeit bei der Beantwortung. Nach einer Viertelstunde merken sie: Hey, der junge Mann hat ja Humor. Der will nicht bemitleidet werden. Mit dem kann man lachen. Seppi wiederum profitiert von den Schulbesuchen. „Seit ich die Gesprächsrunden mache, stottere ich nicht mehr so stark“, erzählt er.

(tal)

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