Am Unglücksort: Sebastian Auer und Elisabeth Hüttner vor dem Wehr in Eurasburg. Foto: sh

Lebensretter: „Zuschauen geht nicht“

Eurasburg - Der 21-jährige Sebastian Auer rettet Ertrinkende aus der Loisach. Die Frau schwebt weiter in Lebensgefahr.

Sebastian Auer und seine Freundin Elisabeth Hüttner sitzen am Eurasburger Wehr, wollen nach den Regentagen endlich ein paar Sonnenstrahlen genießen. Am Ufer des Flusses beobachten sie eine ältere Dame, die mit ihrem Golden Retriever Stöckchen-holen spielt. Weiter und weiter fliegt das Holzstück in Richtung Wehr - dem Wehr, das bereits einige Menschenleben forderte.

Und schon ist es passiert: Der Hund kommt aus eigener Kraft nicht mehr ans Ufer. Auer zögert nicht lange, zieht sich aus und watet ins Wasser. Der 21-jährige Wolfratshauser steht bis über die Brust im Wasser, als er den Stock, den der Hund immer noch im Maul hält, zu fassen bekommt. Auer zieht, doch die Rettung misslingt. Der Student verliert selbst den Halt und gerät in die Strömung. Plötzlich sieht er die Frau hinter sich im Wasser stehen. Und dann geht alles ganz schnell: „Ich weiß nicht, ob sie gestolpert oder über eine Stufe gerutscht ist. Sie hat sich noch kurz an mir festgehalten - dann war sie weg.“

Inzwischen ist Elisabeth Hüttners Vater Werner eingetroffen. Auch der 62-Jährige geht ins Wasser, mit vereinten Kräften gelingt es, die Frau an Land zu ziehen.

Rückblickend hat der 21-Jährige nur einen Wunsch: „Dass es der Frau wieder gut geht.“ Denn noch schwebt sie in Lebensgefahr. Auer weiß, dass nicht jeder seine Handlungsweise verstehen wird. „Doch ehe jemand sagt, ,Mensch, ist der dumm, da reinzulaufen‘, sollte er sich überlegen, ob er wirklich einfach so zusehen könnte.“ (sh)

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