Aus Leichtsinn wird schnell Lebensgefahr

- Ambach – Eltern, die entspannt in der Sonne liegen, kleine Kinder, die ausgelassen am Ufer spielen – dieses Bild bietet sich derzeit täglich am Erholungsgelände Schwaiblbach. Doch die Idylle kann schnell zum Horrortrip werden: Etwa, wenn die Eltern kurz unaufmerksam waren und plötzlich die Tochter verschwunden ist. Oder wenn starker Ostwind aufkommt und das Schlauchboot kentert. In solchen Notfällen ist die Wasserwacht sofort zur Stelle – an Land und im Wasser.

Wenn Unfälle aus Leichtsinn passieren, herrscht bei den Wasserwachtlern Unverständnis. Sibylle Karl, Pressesprecherin der Kreiswasserwacht: "Es ist oft zu beobachten, dass Badegäste unverantwortlich handeln. Wenn starker Wind aufkommt, ist es Sache der Eltern, ihren Kindern klar zu machen: ,Nein, es ist zu gefährlich, jetzt in den See zu gehen.‘" Oftmals sei nur gesunder Menschenverstand gefragt, um Unfälle zu vermeiden, so die 32-Jährige.

"Bei schönem Wetter können schon mal 2000 Leute an dem zwei Kilometer langen Strand sein", schätzt sie. Selbstverständlich, dass auch Unfälle auf der Tagesordnung stehen. Bei der Rettungsstation Schwaiblbach bilden Landeinsätze den Schwerpunkt. Zwar habe in letzter Zeit das Gefahrenbewusstsein der Eltern zugenommen, so dass seltener Kinder verloren gehen, meint die Ehrenamtliche. Ein neueres Problem seien rücksichtslose Radfahrer.

Auch zu Schnittverletzungen kommt es immer häufiger. Jugendliche, die am See Partys feiern und Scherben zurücklassen, stellen die Rettungskräfte vor zusätzliche Aufgaben. "Für diese Fälle machen wir Uferbegehungen, um die Scherben aufzusammeln und so die Gefahr einzudämmen", berichtet die Pressesprecherin.

Die Leichtsinnigkeit von Kinder und Jugendlichen, die vom Steg aus halsbrecherische Kopfsprünge ins seichte Wasser wagen, sei "fatal", so Karl. "Solche Aktionen sind lebensgefährlich. Leider sind aber viele unbelehrbar." Die größte Unfallquelle auf dem Wasser stellen Bootsunglücke dar. Kinder, die ohne Schwimmhilfe in Booten sitzen, werden zwar selten gesichtet, dafür aber Bootsfahrer, die sich mit unverantwortlichen Aktionen in Gefahr bringen: "Kürzlich sprang ein Junge aus einem Schlauchboot, um sein Schwimmtier aus dem Wasser zu holen. Scheinbar hatte er sich überschätzt und kam bald ans Ende seiner Kräfte. Einem aufmerksamen Badegast, der den Jungen heil ans Ufer brachte, ist zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passierte", berichtet Sibylle Karl. Problematisch sei zudem der starke Ostwind, der immer wieder Schlauchboote abtreibe und manchmal zum Kentern bringe. "Leider wissen viele Badegäste nicht über das Prinzip der Sturmwarnleuchten Bescheid. Langsames Blinken bedeutet Sturmvorwarnung, schnelles Blinken Sturmwarnung." Erfreulichweise seien in dieser Saison jedoch noch keine schlimmeren Unfälle vorgekommen, so Karl.

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