Der Rettungshundeführer und einer seiner Mantrailer: Helmut Funk mit Border-Mischling Lisa. Foto: rettungshundestaffel

Letzte Hoffnung Hundenase

Wolfratshausen - Vor sechs Jahren gründete Funk mit Ehefrau Sabine die Rettungshundestaffel Isar-Loisachtal. Eigentlich hat alles aber schon viel früher begonnen.

. An Funks 45. Geburtstag überraschte seine bessere Hälfte ihn mit einem bewegungsintensiven Geschenk. Das hörte auf den Namen Maxl und sollte dafür sorgen, „dass ich mal aus dem Büro rauskomme“, wie der selbstständige Ingenieur erzählt.

Aus dem „Gassi gehen“ wurde schnell mehr. Funk nahm mit seinem Hund an Agility-Turnieren teil, bei dem die Tiere einen Hindernisparcours absolvieren müssen. Als zweiter Vorstand eines Hundevereins habe er dann „nach einer sinnvollen, artgerechten Beschäftigung unserer Hunde gesucht - wozu auch die Nasenarbeit zählt“, erklärt der Hundefreund, wie er auf Mantrailing kam. „Die Möglichkeit, diese besondere Fähigkeit des Hundes nach einer speziellen Ausbildung zur Rettung von Menschenleben einzusetzen, war für uns Grund genug, diesen Weg einzuschlagen.“

Fortan steckte er seine gesamte Freizeit in die Ausbildung der Hunde. Aus dem Hobby wurde „fast ein zweiter Beruf“. 40 bis 50 Stunden im Monat - reale Einsätze und Theoriestunden nicht mitgerechnet - verbringt er ehrenamtlich mit der Ausbildung seiner derzeit drei Hunde. Neben Heidi gehören der Border-Mischling Lisa (7) und der zweijährige Border-Collie Simba zur Familie.

Insgesamt werden in der Rettungshundestaffel Isar-Loisachtal derzeit 18 Teams in Mantrailing ausgebildet. „Die Hunde verfolgen eine Menschenspur nur mit ihrem hervorragenden Geruchssinn“, erklärt Funk. „Sie orientieren sich am individuellen Geruch einer Person, egal, ob sie geht, steht, mit dem Fahrrad unterwegs ist oder getragen wird. Das geht auf Gras, auf Asphalt, im Wald und in der Stadt.“ Die Trainingsarbeit, die in wechselnden Gegenden in der Region und in angrenzenden Landkreisen durchgeführt wird, sei jedoch nicht nur dazu da, den Hund auszulasten. Jedem Rettungshundeführer müsse klar sein, das die Ausbildung einen ernsten Hintergrund habe und ein Einsatz des Hundes oft die letzte Chance für eine vermisste Person sei.

Ideal sei die Zusammenarbeit von Mantrailern und Flächensuchhunden, wie es bei Einsätzen in der Region häufig der Fall sei. „Oft sind die Hunde bei Suchaktionen viele Stunden im Einsatz“, sagt Funke, der 2012 bereits etwa 15 Mal ausrücken musste. Auch rund um Wolfratshausen, etwa in der Pupplinger Au, mussten die Mantrailer ran. „Das kann auch mal eine ganze Nacht dauern.“

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