Ein Licht für den Frieden

- VON MATTHIAS BECKER Wolfratshausen - Etwas zögerlich traten die Laternenträger am Freitagabend an das dunkle Loisachufer, um ihre schwimmenden Lichter auf das Wasser zu setzen. Knapp 30 Anwesende wollten mit dieser Aktion der Toten der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki in der Nacht zum 6. August 1945 gedenken. Die Lichter, ein Symbol für alle, die in Flüssen Rettung vor dem atomaren Feuer suchten, hatte die Friedensinitiative Bad Tölz-Wolfratshausen bereitgestellt. Jeder konnte so seinen Beitrag zum weltweiten Gedenken leisten.<BR>

<P>Doch allzu viele Lichter waren es nicht, die die Loisach hinunter schwammen. "Es tut mir leid, dass sich nur so wenige beteiligen", bedauerte Richard Ziegler, ein Freund der Friedensinitiative. "Der Verein hat großartige Arbeit geleistet, wir müssten eigentlich eine Bewegung von Tausenden sein."<P>Ab 16 Uhr konnte man sich im Japanischen Garten über Hiroshima und Nagasaki informieren. Unter der Leitung von Andreas Wagner, Vorstandsmitglied der "Kontaktstelle für Friedensarbeit", hatte man dort für reichlich Informationsmaterial gesorgt. An einem großen Tisch fand man viele Broschüren und Merkblätter über den Angriff von 1945.<P>Auch über Fragen zur gegenwärtigen atomaren Situation wurde diskutiert. "Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass in Deutschland immer noch amerikanische Atombomben stationiert sind", sagte Wagner. "Wir wollen heute in erster Linie den vielen Opfern gedenken, aber gleichzeitig über die aktuelle Präsenz des Themas aufklären."<P>Fotos zeigen Grausamkeit der Angriffe <P>Um die Grausamkeit der Bombenangriffe und deren Auswirkungen zu verdeutlichen, hatte die Friedensinitiative große Tafeln mit Fotografien aufgestellt. Zu sehen waren mehrere Luftbilder vor, während und nach der Detonation, sowie Überlebende, die wegen der radioaktiven Strahlungen erkrankten oder starben. <P>Am Abend beleuchteten etliche Kerzen, zu einem Friedenszeichen angeordnet, den Japanischen Garten und tauchten den Platz in ein andächtiges Licht. Gegen 22.30 Uhr setzte sich eine Gruppe von etwa 30 Personen in Bewegung, am bunten Treiben des Mittelalterspektakels vorbei, um die Lichter am Loisachufer ins Wasser zu setzen.<P>

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