„Hier kann ich schauen, tanzen, reden, es passiert was. Zu Hause bin ich meist allein“: Das sagt die an Demenz erkrankte Mathilde B. über die Betreuungsgruppe Lichtblicke, die sie regelmäßig besucht. foto: Hermsdorf

Ein Lichtblick für Demenzkranke

Geretsried - Jeden Dienstag trifft sich im Pfarrzentrum Heilige Familie eine Betreuungsgruppe für Demenzkranke. Unsere Zeitung hat die Gruppe besucht.

Es duftet nach Kartoffelsuppe. Ein Tischgebet wird gesprochen, kurz ist es still. Doch nach dem gemeinsamen „Amen“ wird wieder eifrig geplaudert. „Es ist schön hier, man kann lachen und seine Sorgen vergessen“, sagt Anna W., die mit ihrem demenzkranken Mann Walter regelmäßig die Betreuungsgruppe Lichtblicke besucht.

Zwei Stunden lang haben sie mit den anderen Teilnehmern sowie den Betreuerinnen gesungen, getanzt und Spaß gehabt. Walter W. hat gelacht, was selten geworden ist. Seine Krankheit raubt ihm immer mehr Erinnerungen und Persönlichkeit. Sein Zeitgefühl ist durcheinander. Daheim verwechselt er das Wohnzimmer mit der Küche, altbekannte Freunde sind zu Fremden geworden. Seine Frau Anna ist rund um die Uhr für ihn da. Das ist anstrengend und hat Spuren hinterlassen. Da wurde die vor kurzem neu gegründete Betreuungsgruppe zu einem wahren Lichtblick.

Bislang ist Anna W. die einzige Angehörige, die auch selbst an der Gruppe teilnimmt. Die anderen bringen die an Demenz Erkrankten um 9.30 Uhr und nutzen die folgenden drei Stunden für Erledigungen oder einfach für sich. Wegen der großen Nachfrage plant die Initiatorin der Lichtblicke, Krankenschwester Sylvia Kardell, ab Januar oder Februar eine zweite Betreuungsgruppe anzubieten. Die dafür nötigen Helfer werden gerade ausgebildet. Ab dem 23. November wird es außerdem eine Angehörigengruppe geben, die sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch trifft.

Mehr dazu lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des Geretsrieder Merkur/Isar-Loisachboten. (njd)

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